Rauch steigt zwischen zerstörten Häusern in Ghuta, östlich von Damaskus, auf. | Bildquelle: REUTERS

Friedensgespräche in Astana Vierte Sicherheitszone in Syrien beschlossen

Stand: 15.09.2017 14:59 Uhr

Drei Zonen gibt es bereits, nun soll eine vierte hinzukommen: Bei den Friedensgesprächen im kasachischen Astana haben Russland, der Iran und die Türkei die Einrichtung einer vierten Schutzzone für die syrische Bevölkerung vereinbart.

Bei den Syrien-Gesprächen in Astana haben Russland, der Iran und die Türkei Festlegungen für vier Sicherheitszonen in dem Bürgerkriegsland vereinbart. Die Provinz Idlib im Nordwesten Syriens, die vollständig von Rebellen kontrolliert wird, kommt als vierte Zone dazu. Das teilte ein Sprecher des kasachischen Außenministeriums mit. Die Vereinbarung gelte für ein halbes Jahr. Ein gemeinsames Zentrum der drei ausländischen Mächte solle die Lage in den sogenannten Deeskalationszonen überwachen und den Zugang kontrollieren.

Russland und der Iran sind Verbündete der syrischen Regierung, die Türkei unterstützt die Rebellen. In den Sicherheitszonen soll mit Hilfe russischer Militärpolizei eine Feuerpause durchgesetzt werden, Binnenflüchtlinge sollen dort Schutz finden. In drei der Zonen sind russische Kräfte bereits aktiv. Dort gibt es zwar noch Gefechte zwischen Regierungstruppen und der bewaffneten Opposition, die Gewalt hat aber spürbar abgenommen.

Gemeinsame Schutztruppe für Idlib

Zudem einigten sich die Verhandlungsführer aus Moskau, Teheran und Ankara auf die Einsetzung einer gemeinsamen Schutztruppe für die Provinz Idlib. Aufgabe der neuen Truppe sei es, Kämpfe zwischen Regierungssoldaten und Rebellen in der nordsyrischen Provinz Idlib sowie in bestimmten Bereichen der Provinzen Latakia, Hama und Aleppo verhindern.

Die derzeitigen Verhandlungen in Astana sind die sechste Runde der Friedensgespräche, die in Kasachstan stattfinden. Parallel dazu gibt es Gespräche unter Vermittlung der Vereinten Nationen in Genf. Die Verhandlungen in Astana konzentrieren sich auf militärische und technische Fragen, in Genf geht es um die politischen Aspekte.

Seit dem Beginn des Konflikts in Syrien im Frühjahr 2011 sind nach UN-Schätzungen mehr als 330.000 Menschen getötet worden. Millionen Menschen wurden in die Flucht getrieben.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. September 2017 um 04:30 Uhr in den Nachrichten.

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