Eine russisches SU-24M startet von einer Luftwaffenbasis in Syrien (Archivbild) | Bildquelle: AP

Krieg in Syrien Russen und Türken attackieren gemeinsam

Stand: 18.01.2017 19:24 Uhr

Eigentlich unterstützen sie in Syrien gegnerische Parteien, und nach dem türkischen Abschuss eines russischen Kampfjets war Eiszeit - doch jetzt hat sich die Atmosphäre zwischen Ankara und Moskau entspannt. Ihre Luftwaffen griffen einen gemeinsamen Feind an: den IS.

Russland und die Türkei haben gemeinsam Luftangriffe auf die Terrormiliz "Islamischer Staat" im Norden Syriens geflogen. Neun russische und acht türkische Kampfjets hätten an dem Bombardement nahe der Stadt Al-Bab in der Provinz Aleppo teilgenommen, sagte der russische Generalstabschef Sergej Rudskoj. Dies war die erste Bestätigung dafür, dass Russland die türkische Offensive auf Al-Bab unterstützt.

Die gemeinsamen Luftangriffe unterstrichen das zunehmend enge Bündnis zwischen Moskau und Ankara, die vergangenen Monat eine Waffenruhe für Syrien vermittelt hatten und auch die Syrien-Gespräche im kasachischen Astana in der kommenden Woche gemeinsam vorbereiten. Die beiden Länder haben in dem fast sechs Jahre währenden Syrien-Konflikt verschiedene Seiten unterstützt: Russland steht auf der Seite des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, die Türkei unterstützt gegen die Regierung kämpfende Rebellen.

IS setzt Angriff auf Armee-Enklave fort

Unterdessen sind IS-Kämpfer sind weiter auf eine Enklave der syrischen Armee im Osten Syriens vorgerückt. Die Dschihadisten nahmen der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge ein Kraftwerk nahe dem Flughafen der Stadt Deir al-Sor ein. Der IS schließe die von Regierungstruppen gehaltenen Gebiete immer weiter ein, nachdem er bereits den Flughafen umstellt hatte.

Die Dschihadisten hatten vor einigen Tagen eine Offensive auf das letzte Gebiet unter staatlicher Kontrolle im Osten des Landes gestartet. Es handelt sich nach den Menschenrechtlern um den größten Angriff auf die Enklave seit einem Jahr.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. Januar 2017 um 20:00 Uhr

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