Vier MiG-Kampfflugzeuge in der Luft | Bildquelle: dpa

Kampfflugzeuge in die Nähe der Türkei verlegt Krieg in Syrien - Russland kommt näher

Stand: 20.02.2016 21:25 Uhr

Im Bürgerkrieg in Syrien ist eine Feuerpause derzeit undenkbar. Russland verlegte mehrere Kampfflugzeuge in die Nähe der türkischen Grenze und heizte damit den Streit mit Ankara an. Die Kämpfe im Norden Syriens waren zuletzt heftiger geworden.

Statt die vereinbarte Feuerpause umzusetzen, gehen die Kämpfe im Norden Syriens unvermindert weiter. Und trotz diplomatischer Gespräche ist eine Lösung der verfahrenen Situation nicht in Sicht. Im Gegenteil: Russland verlegte mehrere Kampfflugzeuge auf den Stützpunkt Erebuni in Armenien und damit näher an die türkische Grenze.

Das Verhältnis zwischen Moskau und Ankara ist seit Monaten angespannt und dürfte durch das Manöver der russischen Streitkräfte noch komplizierter werden. Denn der neue Stützpunkt von vier russischen Kampfjets vom Typ MiG-29, sowie mehrerer Bomber und einem Hubschrauber liegt lediglich 40 Kilometer von der Grenze zur Türkei entfernt.

Russland schaltete sich Ende September verstärkt in den Bürgerkrieg in Syrien ein. Im November schoss die Türkei ein russisches Kampfflugzeug an der Grenze zu Syrien ab, weil es türkischen Luftraum verletzt haben soll. Russland bestreitet dies und wirft der Türkei wiederum vor, in Syrien eine Bodenoffensive zu planen.

Türkischer Beschuss "unfassbare Verletzung"

Die Regierung in Moskau kritisierte vehement den türkischen Artilleriebeschuss auf Stellungen im Norden Syriens. Diese stellten eine "unfassbare Verletzung" des Völkerrechts dar, hieß es in einer von der staatlichen Nachrichtenagentur Sana veröffentlichten Regierungserklärung.

Auch der russische Außenminister Sergej Lawrow erklärte in einem Telefonat mit seinem US-Kollegen John Kerry, dass dieses Vorgehen die territoriale Souveränität verletzte.

Russland und Assad für gescheiterte Feuerpause verantwortlich?

Dagegen macht die syrische Opposition das Regime von Bashar al-Assad und Russland für die verfahrende Situation verantwortlich. Assad und seine russischen Verbündeten hätten mit ihrer Offensive in Aleppo eine weitere Woche lang wehrlose Syrer ausgelöscht, sagte der Sprecher des größten Oppositionsbündnisses in Riad.

Russland und die syrische Regierung hätten das Verstreichen der Frist für eine Feuerpause nicht einmal kommentiert und würden damit ihre Verachtung für die internationale Gemeinschaft deutlich machen, sagte der Oppositionssprecher.

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