Eine russisches SU-24M startet von einer Luftwaffenbasis in Syrien (Archivbild) | Bildquelle: AP

Krieg in Syrien Russland lobt sich selbst

Stand: 22.02.2017 15:02 Uhr

Seit 2011 herrscht in Syrien Bürgerkrieg, seit September 2015 beteiligt sich Russland mit Luftangriffen an dem Konflikt. Dessen Verteidigungsminister Schoigu zog nun Bilanz: Mehr als 3100 Extremisten seien getötet, 162 Waffen getestet worden.

Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu hat die Leistung des Militärs seines Landes in Syrien gepriesen. Die Streitkräfte hätten 162 Arten von Waffen in Syrien getestet, sagte Schoigu vor dem russischen Parlament. Nur zehn von ihnen hätten die Erwartungen nicht erfüllt. Russische Piloten haben seit dem Beginn der russischen "Luftkampagne" in Syrien im September 2015 laut Schoigu 1760 Kampfeinsätze in dem Land geflogen. Dabei hätten sie mehr als 3100 Extremisten getötet, darunter 26 Warlords.

"Gut abgeschnitten"

Russland habe geholfen, den Zusammenbruch des syrischen Staats zu verhindern, sagte Schoigu. Seinen Angaben zufolge haben knapp 90 Prozent aller russischen Militärpiloten am Himmel über Syrien Kampferfahrung gesammelt. Auch die Spezialkräfte des Militärs hätten in dem Konflikt gut abgeschnitten, sagte der Minister weiter. Sie hätten die militanten Anführer ins Visier genommen und dabei geholfen, Luftangriffe zu steuern.

Noch immer wird international auch an einer diplomatischen Lösung des Konflikts gearbeitet. Vor den Syrien-Gesprächen in Genf mahnte der russische Außenminister Sergej Lawrow eine Beteiligung der Kurden an künftigen Verhandlungen an. An der Suche nach einer Lösung des Konflikts müsste die gesamte syrische Opposition beteiligt werden, sagte er. "Ohne die Kurden geht das natürlich nicht."

In der Schweiz kommen an diesem Donnerstag unter UN-Vermittlung Vertreter der syrischen Führung und Opposition zusammen. Geplant sind Gespräche über eine Übergangsregierung, eine neue Verfassung und freie Wahlen. Zuletzt hatte Russland zusammen mit der Türkei und dem Iran im zentralasiatischen Kasachstan zwei vorbereitende Treffen der Konfliktparteien vermittelt. Russland stützt die syrische Regierung militärisch.

Angriff nahe Damaskus

Unterdessen griffen israelische Kampfflugzeuge nach Angaben von Menschenrechtlern Waffenlager nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus an. Mindestens sechs Raketen seien in einem Gebiet nördlich von Damaskus in die Depots eingeschlagen, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Es sei unklar, ob das Waffenlager den syrischen Regierungstruppen oder der mit der Regierung verbündeten libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah gehöre. Eine offizielle Stellungnahme aus Damaskus gab es zunächst nicht. "Wir reagieren nicht auf solche Berichte", sagte auch eine israelische Militärsprecherin in Tel Aviv.

Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (Syrian Observatory for Human Rights, SOHR) sitzt in Großbritannien und will Menschenrechtsverletzungen in Syrien dokumentieren. Die Informationen der Beobachtungsstelle lassen sich nicht unabhängig überprüfen.  

Aus libanesischen Sicherheitskreisen erfuhr die Nachrichtenagentur dpa, dass der Angriff einer Waffenlieferung für die Hisbollah gegolten habe. Die syrische Regierung hatte Israel in der Vergangenheit bereits mehrfach vorgeworfen, Luftangriffe auf Ziele bei Damaskus zu fliegen. Die Angriffe erfolgen in der Regel von außerhalb des syrischen Luftraumes.

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