Russisches kampfflugzeug über Syrien | Bildquelle: REUTERS

Kampf gegen Rebellen Russland setzt Angriffe fort

Stand: 03.10.2015 12:42 Uhr

Russland hat in der Nacht offenbar erneut Angriffe in Syrien geflogen. Dabei hat die Luftwaffe nach Angaben von Aktivisten Stellungen der Dschihadisten-Miliz IS im Westen von Rakka angegriffen. Laut russischen Nachrichtenagenturen wurde auf neun Objekte des IS gezielt.

Die russische Luftwaffe hat nach Angaben von Aktivisten in der Nacht zum Samstag neue Angriffe auf Stellungen der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien geflogen. Mehrere Angriffe hätten auf Stellungen im Westen der IS-Hochburg Rakka im Nordosten des Landes abgezielt, sagte der Chef der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman, der Nachrichtenagentur AFP. Die Detonationen seien bis in die Stadt zu hören gewesen. Nähere Angaben zu den Zielen machte er nicht.

Die Beobachtungsstelle stützt sich auf ein Netzwerk von Informanten, ihre Angaben sind von unabhängiger Seite aber kaum überprüfbar.

Nach russischen Nachrichtenagenturen absolvierte die russischen Luftwaffe in den vergangenen 24 Stunden mehr als 20 Flüge über Syrien. Dabei habe sie auf neun Objekte des Islamischen Staates gezielt. An den Angriffen seien die Jagdbomber Su-34 und Su-24M eingesetzt worden. Die Agenturen berufen sich auf Angaben des russischen Verteidigungsministeriums.

Westen wirft Russland vor, gemäßigte Rebellen zu schwächen

Der IS kontrolliert die gesamte Provinz Rakka, die dort gelegene gleichnamige Stadt wird als Hauptstadt der Extremisten angesehen. Rakka ist seit dem Jahr 2013 Hochburg des IS. Am Donnerstag attackierte die russische Luftwaffe die Provinz erstmals seit dem Beginn ihre Luftangriffe am Mittwoch. Nach Angaben aus Moskau richten sich die russischen Angriffe gegen die Milizen IS und Al-Nusra-Front sowie gegen andere "Terroristengruppen".

Westliche und arabische Staaten werfen Moskau aber vor, auch gemäßigte Rebellengruppen zu bombardieren. Demnach dienen die Angriffe weniger dem Kampf gegen die Dschihadisten als vielmehr der Unterstützung des syrischen Staatschefs Bashar al-Assad. US-Präsident Barack Obama wirft Russland vor, mit den Luftangriffen in Syrien den IS zu stärken. Das russische Vorgehen treibe die gemäßigten Rebellen in den Untergrund, oder erzeuge eine Situation, in der sie geschwächt werden, sagte er am Freitag in Washington.

Der Beobachtungsstelle zufolge trafen russische Angriffe am Donnerstag auch ein Krankenhaus in der westlichen Provinz Hama, wobei Ärzte verletzt worden seien. Der IS sei in dieser Region nicht aktiv.

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