Panzer fahren durch al-Ghariya al-Gharbiya in der Provinz Daraa. | Bildquelle: REUTERS

Krieg in Syrien Rebellen geben Städte im Süden auf

Stand: 01.07.2018 07:55 Uhr

Syriens Präsident Assad steht offenbar vor einem wichtigen Sieg. Seine Truppen erobern die Region Daraa im Süden des Landes mehr und mehr zurück - dort, wo 2011 die Proteste gegen Assad begannen.

Nach der massiven syrisch-russischen Offensive gegen die Rebellen im Süden Syriens haben die Aufständischen mehrere Städte aufgegeben und der Regierung überlassen. Mindestens acht Orte im Norden und Osten der Provinz Daraa hätten eine entsprechende Vereinbarung akzeptiert, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

Diese seien durch die mit der syrischen Regierung verbündeten Russen und örtlichen Politikern vermittelt worden. Damit würden die Regierungskräfte mehr als die Hälfte der Provinz kontrollieren, zu Beginn der Eskalation seien es rund 30 Prozent gewesen.

Die Abmachung sieht vor, dass diejenigen Rebellen, die bleiben wollen, ihre Waffen abgeben. Andere Kämpfer sowie Zivilisten, die nicht bleiben wollen, werden mit Konvois aus den Ortschaften gebracht. Entsprechende Vereinbarungen trafen Rebellen auch in anderen Orten in Syrien. 

Menschen jubeln über die Ankunft syrischer Truppen in Dael in der Provinz Daraa. | Bildquelle: REUTERS
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In Dael in der Provinz Daraa bejubeln Menschen die Ankunft syrischer Truppen.

Wichtiger symbolischer Sieg für Assad

Die Region um Daraa gehört zu den letzten Rebellengebieten in dem Bürgerkriegsland. Die Rückeroberung wäre für Präsident Baschar al-Assad ein wichtiger symbolischer Sieg. In der Provinz im ländlichen Süden des Landes begannen im März 2011 die Proteste gegen den Präsidenten. Sie weiteten sich zu einem landesweiten Konflikt aus, in dessen Verlauf bereits mehr als 350.000 Menschen getötet wurden. 

Russland als Verbündeter der Regierung sowie die USA und Jordanien hatten sich vor einem Jahr auf eine Deeskalationszone für die Region geeinigt. Die Armee und verbündete Milizen begannen mit Unterstützung russischer Kampfjets am 19. Juni jedoch mit Angriffen. Seit Montag versuchen sie, die Verbindung zwischen der teilweise von Rebellen kontrollierten Stadt Daraa und Jordanien zu kappen.

Karte: Syrien mit Provinz Daraa
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In der Rebellenhochburg Daraa im Südwesten Syriens nahm der syrische Bürgerkrieg 2011 seinen Anfang.

Bis zu 1,3 Millionen Syrer flohen nach Jordanien

Bei Luftangriffen in Daraa wurden nach Angaben der Beobachtungsstelle am Samstag 15 Zivilisten getötet. Damit stieg die Zahl der seit Beginn der Offensive getöteten Menschen auf 115. Die Beobachtungsstelle bezieht ihre Angaben von einem Netzwerk von Aktivisten vor Ort. Die Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen. 

Rund 66.000 Menschen wurden nach UN-Angaben seit Beginn der Offensive zur Flucht in Richtung Jordanien gezwungen, das jedoch seine Grenze geschlossen hält. Das kleine Jordanien beherbergt nach UN-Angaben 650.000 syrische Flüchtlinge, die Regierung geht aber von einer inoffiziellen Zahl von 1,3 Millionen Syrern aus, die seit 2001 ins Land kamen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. Juli 2018 um 01:00 Uhr.

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