Hintergrund: Die Positionen verschiedener Staaten zu Syrien

Haltung ausgewählter Staaten zu Syrien-Angriffen

Zwischen Beteiligung und Ablehnung

Für die Regierungen in Washington, London und Paris ist bewiesen, dass die syrische Regierung von Baschar al Assad für den Giftgaseinsatz in der vergangenen Woche verantwortlich ist. Alle drei Staaten bereiten nach eigenen Aussagen ihre Armeen für mögliche Angriffe auf Syrien vor. Der französische Präsident François Hollande betonte, dass sein Land bereit sei, diejenigen zu "bestrafen", die verantwortlich sind.

Doch wie stehen andere Regierungen zu den Vorgängen in Syrien? Was sagen die Regierungen der Nachbarstaaten? Ein Überblick:

Die deutsche Haltung zum Kriegseinsatz
morgenmagazin 05:30 Uhr, 28.08.2013, Axel John, ARD Berlin

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Weitere NATO-Staaten:

ITALIEN will sich nicht direkt an militärischen Handlungen ohne ein entsprechendes Mandat des UN-Sicherheitsrats beteiligen. Die Regierung in Rom schloss allerdings nicht aus, Partnerstaaten seine Luftwaffenstützpunkte zur Verfügung zu stellen. Dies hatte Italien bereits beim NATO-Einsatz in Libyen erlaubt.

Die TÜRKEI sieht sich durch den Bürgerkrieg in Syrien bedroht und ist dazu bereit, sich einer internationalen Koalition anzuschließen. Das Parlament hat der Regierung in Ankara bereits Anfang Oktober 2012 das Mandat erteilt, zum Schutz der nationalen Sicherheit einen Militäreinsatz anzuordnen. Neben seiner Armee kann die Türkei die Luftwaffenbasen in Izmir und Incirlik für einen internationalen Einsatz zur Verfügung stellen.

Staaten im Nahen und Mittleren Osten

Der Außenminister von SAUDI-ARABIEN verlangte ein "entschiedenes und ernstes" Auftreten gegenüber der syrischen Regierung. Nur so könne die "humanitäre Tragödie" gestoppt werden, so Saud al Faisal. Zu einer militärischen Beteiligung seines Landes sagte er nichts.

Gipfeltreffen der Arabischen Liga in Doha. (Bildquelle: dpa)
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Die Arabische Liga - hier ein Treffen in Doha - unterstützt eine harte Haltung gegen Assad.

Saudi-Arabien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate unterstützen bereits Rebellen in Syrien - die drei Staaten haben auch großen Einfluss in der ARABISCHEN LIGA, die die syrische Regierung für den Giftgaseinsatz verantwortlich macht. KATAR nahm bereits an Angriffen gegen Libyen teil. Der militärische Beitrag würde allerdings eher symbolischer Natur sein.

JORDANIEN reagierte zurückhaltend auf einen möglichen Militäreinsatz im Nachbarland. "Jordanisches Gebiet wird nicht als Ausgangsbasis für Militäreinsätze gegen Syrien dienen", sagte ein jordanischer Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur AFP. Die Haltung des Landes in dieser Frage sei unverändert. Amman hatte wiederholt eine politische Lösung des Konflikts angemahnt.

LIBANON sorgt sich unter anderem wegen der Verschärfung der Flüchtlingssituation durch einen Angriff. Zudem wäre ein Militärschlag eine "ernsthafte Bedrohung" für die Stabilität und Sicherheit in der Region, insbesondere im Libanon, sagte Außenminister Adnan Mansur.

Die Regierung in ISRAEL versucht derzeit rhetorisch alles, um nicht in den syrischen Bürgerkrieg hineingezogen zu werden. Im Falle eines syrischen Angriffs werde das israelische Militär allerdings "heftig zurückzuschlagen", betonte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Israel ist nach seinen Worten auf alle Szenarien vorbereitet.

UN-Vetomächte:

Russlands Außenminister Sergej Lawrow (Bildquelle: AP)
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Lawrow befüchtet eine "schwere Verletzung des internationalen Rechts".

RUSSLAND ist traditionell ein Verbündeter Syriens. Der Streit um den Giftgaseinsatz nahe Damaskus hat das Klima zwischen den USA und Russland weiter abgekühlt. Eine militärische Intervention in Syrien lehnt die Regierung in Moskau vehement ab. "Der Einsatz von Gewalt ohne die Zustimmung des UN-Sicherheitsrats ist eine sehr schwere Verletzung des internationalen Rechts", betonte Außenminister Sergej Lawrow. Der Westen bewege sich auf "einem sehr gefährlichen Pfad". Russland könnte als Vetomacht im Weltsicherheitsrat eine UN-Resolution verhindern. Es setzt weiter auf eine politische Lösung.

Ebenfalls Vetomacht im Weltsicherheitsrat ist CHINA. Ähnlich wie Russland ist die Regierung in Peking skeptisch und warnte den Westen vor einem Militäreinsatz. Ein solcher wäre "gefährlich und unverantwortlich".

Stand: 29.08.2013 16:12 Uhr

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