Bab al-Nayrab in Ost-Aleppo | Bildquelle: AFP

Nach Luftangriffen Krankenhäuser in Ost-Aleppo außer Betrieb

Stand: 19.11.2016 18:55 Uhr

Im Osten Aleppos sind nach Luftangriffen auf Krankenhäuser laut Behördenangaben alle größeren Kliniken außer Betrieb. Die Bevölkerung habe keinen Zugang mehr zu lebensrettenden Maßnahmen. Bei den Angriffen sollen mindestens 25 Menschen getötet worden sein.

Nach andauernden Angriffen auf Krankenhäuser in den Rebellengebieten Aleppos sind den Behörden zufolge alle größeren Kliniken außer Betrieb. Die Zerstörung gehe soweit, dass die Bevölkerung keinen Zugang mehr zu lebensrettenden Maßnahmen habe, teilte das Gesundheitsamt der einstigen Handelsmetropole mit. Die Erklärung wurde der Nachrichtenagentur Reuters von Oppositionsvertretern übermittelt.

Die Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen bestätigte die Angaben und berief sich selbst auf UN-Hilfsorganisationen in der benachbarten Türkei. Die oppositionsnahe Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte dagegen, einige Krankenhäuser seien noch einsatzbereit. Die Menschen trauten sich wegen der Angriffe aber kaum dorthin.

Zuletzt sei das Omar-Bin-Abdul-Asis-Krankenhaus im Ostteil der belagerten Stadt am Freitagabend von einer Reihe von Bombardements des syrischen Regimes und seiner Verbündeten getroffen und zerstört worden, teilte die Union of Syrian Medical Care and Relief Organizations (UOSSM) mit.

Dramatische Versorgungslage in Ost-Aleppo nach neuen Luftangriffen
tagesthemen 23:40 Uhr, 19.11.2016, Volker Schwenk, ARD Kairo

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Syrien und Russland weisen Vorwürfe zurück

Nach Einschätzung der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, deren Angaben allerdings nicht überprüft werden können, wurden bei den Angriffen mindestens 25 Menschen getötet. Gemessen an der Opferzahl wären es damit die schwersten Angriffe seit dem Wiedereinsetzen der Gewalt am Dienstag. Seitdem nehmen die Truppen des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad und ihre Verbündeten Ost-Aleppo wieder stark unter Beschuss. Syriens Staatsfernsehen meldete Angriffe auf "Stellungen von Terroristen". Die Regierung in Damaskus bezeichnet alle Rebellen als Terroristen. Die mit Assad verbündete russische Luftwaffe erklärte, sie fliege Angriffe nur in anderen Teilen Syriens. Beide Regierungen haben Vorwürfe zurückgewiesen, Krankenhäuser und andere zivile Einrichtungen absichtlich ins Visier zu nehmen.

Scharfe Kritik aus Washington

Die USA verurteilten die Angriffe auf die von Rebellen gehaltenen Stadtviertel von Aleppo. "Es gibt keinerlei Entschuldigungen für diese abscheulichen Taten", erklärte die Nationale Sicherheitsberaterin Susan Rice. "Die USA verurteilen scharf die schrecklichen Angriffe gegen medizinische Einrichtungen und humanitäre Helfer. Das syrische Regime und seine Verbündeten, vor allem Russland, sind verantwortlich für die aktuellen und langfristigen Konsequenzen dieser Taten." Auch die UNO zeigte sich erschüttert. Die Vereinten Nationen seien "entsetzt" über die jüngste Gewalteskalation in Syrien, erklärten der UN-Hilfskoordinator in Syrien, Ali al-Saatari, und der Regionalkoordinator Kevin Kennedy.

Zusammenbruch der Infrastruktur droht

Das Deutsche Rote Kreuz warnte unterdessen vor dem kompletten Zusammenbruch der Infrastruktur in der umkämpften syrischen Stadt. Wenn das Stromnetz zusammenbreche, sei auch die Wasserversorgung betroffen, sagte der Leiter der internationalen Zusammenarbeit, Christof Johnen, dem "Tagesspiegel". Und wenn diese nicht mehr funktioniere, versage das Abwassersystem. "Das kann der Auftakt zu fatalen Abwärtsspiralen sein, die das gesamte Versorgungssystem einer Großstadt wie Aleppo gefährden", sagte Johnen.

Die humanitäre Hilfe in Syrien ist nach seinen Worten wegen fehlender Sicherheitsgarantien praktisch unmöglich. Bis zur Jahresmitte hätten die Menschen im Osten von Aleppo noch mit Hilfsgütern versorgt werden können. Zwar hätten diese nicht mit Lastwagen, aber auf Handkarren in die Stadt gebracht werden können. "Das war zwar mühsam, aber es funktionierte", so Johnen. Nun sei der Zugang zur Stadt für den Syrischen Roten Halbmond - den Partner des Roten Kreuzes - praktisch unmöglich. Es fehlten Trinkwasser, Lebensmittel und Gesundheitsversorgung.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. November 2016 um 17:00 Uhr.

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