Vor Friedensgesprächen Regierungskritiker in Syrien festgenommen

Stand: 30.12.2015 19:20 Uhr

In Syrien sind zwei prominente Oppositionelle festgenommen worden. Sie wollten sich in Saudi-Arabien mit anderen Regierungskritikern zur Vorbereitung der Friedensgespräche mit der syrischen Führung treffen. Sie wurden an der syrisch-libanesischen Grenze gestoppt.

Die syrischen Behörden haben zwei prominente Oppositionelle festgenommen, die sich in der saudiarabischen Hauptstadt Riad mit anderen führenden syrischen Regierungskritikern treffen wollten. Das Treffen dient der Vorbereitung der Friedensgespräche mit der syrischen Führung.

Ahmad al-Asrawi und Munir al-Bitar vom Nationalen Koordinationskomitee für demokratischen Wandel (NCCDC) seien an der Grenze zum Libanon an der Weiterreise gehindert und an einen "unbekannten Ort" gebracht worden, sagte NCCDC-Generalsekretär Jahja Asis der Nachrichtenagentur AFP.

Die Festnahme al-Asrawis und al-Bitars laufe der Suche nach einer politischen Lösung des Konflikts zuwider, kritisierte Asis. "Wer eine politische Lösung will, würde das nicht tun."

Eine syrische Flagge in der Hauptstadt Damaskus | Bildquelle: AFP
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Mit Friedensgesprächen zwischen Opposition und Regierung soll ein Waffenstillstand in Syrien erreicht werden.

Vorbereitung der Friedensgespräche

Die beiden Politiker wollten in Riad an einem Treffen des einflussreichen obersten Verhandlungskomitees der Opposition teilnehmen, das an der Vorbereitung der geplanten Friedensgespräche mit der syrischen Führung beteiligt ist.

Der NCCDC gehört dem obersten Verhandlungskomitee an, das einen Teil der Delegation auswählt, die die für Januar geplanten Friedensgespräche mit der Regierung von Präsident Baschar al-Assad führen soll. Das Verhandlungskomitee, ein 33-köpfiges Gremium, wurde bei einem Treffen der wichtigsten syrischen Oppositions- und Rebellengruppen Mitte Dezember in Riad gebildet.

Zuvor hatte Saudi-Arabien Russland vorgeworfen, für die Tötung von Sahran Allusch, Chef der Miliz Dschaisch al-Islam am 28. Dezember verantwortlich zu sein. Er hatte sich mit seiner Organisation bereiterklärt, an den Friedensgesprächen teilzunehmen. Es sei nicht hilfreich, wenn Kämpfer getötet würden, die eine friedliche Lösung und den Kampf gegen den IS unterstützten. Dschaisch al-Islam war in Saudi-Arabien gegründet worden. Russland ist ein enger Verbündeter der syrischen Führung.

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