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Gipfeltreffen in Mekka
Islam-Länder strafen Syrien ab
Die Herrschaft von Präsident Baschar al Assad treibt Syrien auch in der islamischen Welt zunehmend in die Isolation: Die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) hat das Land in der Nacht zu Donnerstag ausgeschlossen. Als Grund wurde bei dem Gipfeltreffen im saudi-arabischen Mekka die Gewalt genannt, mit der Assad seit Monaten gegen die Aufständischen vorgeht.
"Die Konferenz beschließt, die Mitgliedschaft der Syrischen Arabischen Republik in der OIC und all ihrer untergeordneten Organe und angegliederten Institutionen auszusetzen", hieß es in der Abschlusserklärung.
Teheran war strikt dagegen
Der Verkündung des Beschlusses waren "hitzige Debatten" vorausgegangen, wie ein arabischer Diplomat sagte. Der Iran habe sich strikt dagegen ausgesprochen, ebenso Algerien. Andere Länder wie Pakistan oder Kasachstan verlangten demnach, dass der bewaffneten Opposition eine Mitschuld an der blutigen Auseinandersetzung zugewiesen werden sollte.
Der OIC ist ein lockerer Staatenbund, dem nicht nur die arabischen Länder, sondern auch die Türkei, der Iran oder südostasiatische Staaten wie Indonesien und Malaysia angehören. Die Arabische Liga und die meisten ihrer 57 Mitgliedstaaten hatten schon im vergangenen November mit dem Assad-Regime gebrochen. Saudi-Arabien, Katar, Jordanien und die Türkei unterstützen die syrischen Rebellen.
Syrien verliert beim Gipfel in Mekka seine OIC-Mitgliedschaft
P. Steffe, ARD Kairo
16.08.2012 11:47 Uhr
2,5 Millionen Menschen in Not
In Syrien sind angesichts der anhaltenden Gewalt nach Einschätzung von UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos inzwischen womöglich rund 2,5 Millionen Menschen in Not. Ende März seien nach Schätzungen der UNO etwa eine Million Menschen auf Hilfe angewiesen gewesen, inzwischen könnte diese Zahl auf rund 2,5 Millionen angestiegen sein, sagte Amos zum Abschluss ihrer Gespräche in Damaskus.
Der Weltsicherheitsrat will sich am Donnerstag ein letztes Mal mit der Überwachung der erhofften Waffenruhe in Syrien befassen. Das Mandat läuft am Sonntag aus. Eine Verlängerung sei nicht zu erwarten, hieß es zuvor aus New Yorks diplomatischen Kreisen.
Konflikt weitet sich in den Libanon aus
Unterdessen wirkt sich der Konflikt in Syrien zunehmend auf den benachbarten Libanon aus. Angesichts von Drohungen gegen ihre Staatsbürger riefen die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar ihre Landsleute auf, das Land umgehend zu verlassen, wie die Behörden beider Länder am Mittwoch mitteilten. Die französische Fluglinie Air France leitete angesichts von Unruhen in Beirut eine Maschine nach Jordanien um.
Mehr als 2,5 Millionen Syrer auf Hilfe angewiesen
tagesschau 17:00 Uhr, 16.08.2012, Thomas Aders, ARD Kairo
Stand: 16.08.2012 02:21 Uhr
