Bashar al-Assad | Bildquelle: dpa

Russische Militäroffensive in Syrien Assad sieht in Luftangriffen "einzigen Weg"

Stand: 04.10.2015 20:27 Uhr

Die russischen Luftangriffe in Syrien sind ein "ernsthafter Fehler", stimmt der türkische Staatschef Erdogan in die internationale Kritik ein. Sie sind der "einzige Weg", erwidert Syriens Machthaber al-Assad. Und Russland - wirft weiter Bomben.

Seitdem Russland am vergangenen Mittwoch die ersten Luftangriffe in Syrien geflogen hat, tobt in der internationalen Politik ein heftiger Streit um die Militäroffensive. Nachdem bereits die USA sowie zahlreiche westliche Staaten bezweifelt haben, dass die Angriffe nur dazu dienen, den "Islamischen Staat" (IS) in Syrien zu schwächen, kommt nun auch aus der Türkei scharfe Kritik.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan bezeichnete die Luftangriffe am Sonntag als "ernsthaften Fehler", über welchen seine Regierung "betrübt und beunruhigt" sei. Russland drohe sich durch sein militärisches Eingreifen zu isolieren.

Angriffe stärken IS indirekt

Auch US-Präsident Barack Obama hatte seine Kritik an den Luftangriffen am Samstag noch verschärft. Seit Beginn der Offensive am vergangenen Mittwoch hatten die USA wiederholt die Vermutung geäußert, die Bomben der russischen Kampfjets würden auch Stellungen der gemäßigten Rebellen in Syrien treffen, die ebenfalls gegen den IS kämpfen. Die Rebellen würden durch die Luftangriffe in den Untergrund getrieben, was den IS sogar indirekt stärke, hieß es nun von Obama.

"Einziger Weg gegen Zerstörung"

Umso vehementer betonte Syriens Machthaber Bashar al-Assad, wie wichtig Russlands Unterstützung sei. In seinen Augen sieht er im Zusammenschluss mit Moskau den einzigen Weg, um den blutigen Konflikt in seinem Land zu beenden. "Diese Allianz sollte erfolgreich sein, ansonsten wird Zerstörung das Schicksal der gesamten Region sein, nicht nur das von ein oder zwei Ländern", sagte Assad nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Sana dem iranischen Fernsehsender Khbar TV.

Moskau lässt die Kritik weiter an sich abperlen. Ganz im Gegenteil hatte die Regierung in den vergangenen Tagen angekündigt, die Luftangriffe sogar noch zu verstärken. Ein hoher Militärvertreter hatte am Samstag angekündigt, dass strategisch wichtige Ziele von Terrorgruppen künftig "noch intensiver" bombardiert werden sollen. So starteten auch am Sonntag erneut Kampfjets. Das russische Innenministerium teilte der Agentur Tass am Nachmittag mit, binnen 24 Stunden zehn IS-Stellungen angegriffen zu haben, unter anderem sei ein Trainingscamp der Extremisten ein Ziel gewesen.

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