Spielendes Kind in einer Ruine in Duma bei Damaskus | Bildquelle: REUTERS

Syrien Neue Waffenruhe hält nicht lange

Stand: 23.07.2017 16:36 Uhr

Die syrische Luftwaffe hat trotz einer von ihr ausgerufenen Waffenruhe mehrere Angriffe gegen Ziele nahe der Hauptstadt Damaskus geflogen. Nach Angaben einer oppositionsnahen Gruppe gibt es keine Informationen über Verletzte oder Getötete.

Trotz einer neuen lokalen Waffenruhe hat die syrische Luftwaffe die Region östlich der Hauptstadt Damaskus bombardiert. Einen Tag nach Bekanntgabe der Feuerpause hätten syrische Kampfflugzeuge das Gebiet mindestens sechs Mal angegriffen, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Es lägen aber keine Informationen über Verletzte oder Getötete vor.

Die Konfliktparteien in der umkämpften Region östlich von Damaskus hatten sich am Samstag auf eine neue Waffenruhe geeinigt, die unmittelbar in Kraft treten sollte. Die syrischen Streitkräfte warnten aber, dass auf Verstöße "angemessen" reagiert werde.

Kämpfer der syrischen Rebellen in der Region Ost-Ghuta | Bildquelle: AFP
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Ihre Lage wird zunehmend schwierig: Rebellenkämpfer in der Region Ost-Ghuta

Bald sollen Hilfskonvois kommen

Das russische Verteidigungsministerium erklärte, das entsprechende Abkommen sei nach Gesprächen unter Vermittlung Ägyptens in Kairo unterzeichnet worden. Das Dokument lege die Grenzen der Deeskalationszone fest, benenne die Partner, welche die Lage überwachten und halte auch Routen für humanitäre Hilfskonvois fest. In den nächsten Tagen soll es einen ersten Konvoi geben, berichtete die russische Agentur Tass. Auch Verletzte sollen dann abtransportiert werden.

Die Region Ost-Ghuta liegt am Rande der Hauptstadt Damaskus und wird von Rebellen kontrolliert. Immer wieder kommt es zu Gefechten zwischen den Aufständischen und der syrischen Armee und ihrer Verbündeten. Ost-Ghuta war im August 2013 Schauplatz eines schweren Giftgasangriffes, bei dem Hunderte Menschen getötet wurden.

Ost-Ghuta ist eine von vier geplanten Deeskalationszonen in Syrien, auf deren Einrichtung sich Russland, der ebenfalls mit Syrien verbündete Iran und die Türkei im Mai geeinigt hatten. Die Türkei unterstützt in Syrien bewaffnete Regierungsgegner. Die vier Zonen umfassen von Rebellen kontrollierte Gebiete in Ost-Ghuta, den Provinzen Idlib und Homs sowie im Süden des Landes.

Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (Syrian Observatory for Human Rights, SOHR) sitzt in Großbritannien und will Menschenrechtsverletzungen in Syrien dokumentieren. Die Informationen der Beobachtungsstelle lassen sich nicht unabhängig überprüfen.  

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. Juli 2017 um 16:00 Uhr.

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