Trümmer eines zerstörten Krankenhauses von Ärzte ohne Grenzen bei Maarat al-Numan | Bildquelle: AFP

Luftangriffe auf Kliniken und Schulen 50 Zivilisten in Syrien getötet

Stand: 15.02.2016 20:12 Uhr

Bei den jüngsten Luftangriffen auf Kliniken und Schulen im Norden Syriens sind nach Angaben der Vereinten Nationen deutlich mehr Zivilisten getötet worden als bislang bekannt. Man gehe von fast 50 Toten aus, zahlreiche Menschen wurden verletzt.

Im Norden Syriens sind bei den jüngsten Luftangriffen auf mindestens vier Krankenhäuser und zwei Schulen etwa 50 Zivilisten getötet worden. Das teilten die Vereinten Nationen in New York mit. Zahlreiche Menschen wurden verletzt - darunter auch Kinder.

Dutzende Zivilisten sterben bei Luftangriffen in Syrien
tagesthemen 22:15 Uhr, 15.02.2016, Thomas Aders, ARD Kairo

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40.000 Bewohner ohne medizinische Versorgung

Zwei der Krankenhäuser befinden sich in der Stadt Asas an der türkischen Grenze und zwei weitere in der Provinz Idlib, darunter eine in der Stadt Maaret al-Numan. Einige der Kliniken werden von der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen und dem UN-Kinderhilfswerk UNICEF unterstützt.

Der Syrien-Chef von Ärzte ohne Grenzen, Massimiliano Rebaudengo, verurteilte die Attacke in Maaret al-Numan als "gezielten Angriff" auf eine medizinische Einrichtung. Durch die Zerstörung des Krankenhauses seien etwa 40.000 Bewohner der Region von medizinischer Versorgung abgeschnitten, sagte er. Maarat al-Numan wird von syrischen Rebellen kontrolliert, die das Regime von Bashar al Assad bekämpfen. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London teilte mit, das Kinderkrankenhaus in der Stadt Asas an der Grenze zur Türkei sei ebenfalls von einer Rakete getroffen worden.

MSF International @MSF
UPDATE #Syria the MSF-supported structure in #Idlib was hit by 4 rockets, at least 8 staff are missing. https://t.co/0vqfqlPm2Y

Russland für Beschuss verantwortlich?

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sagte, für den Beschuss sei Russland verantwortlich. Zehntausende Menschen, die vor den Kämpfen zwischen der syrischen Armee und den Rebellen geflohen sind, halten sich in der Stadt auf.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon nannte die Angriffe "eklatante Verstöße gegen internationales Recht". Auch Washington verurteilte Luftangriffe und machte die Regierung des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad und deren Verbündeten Russland für die Angriffe verantwortlich.

Assad-Regime macht Washington verantwortlich

Die syrische Führung wehrte sich und bezichtigte die US-geführte Koalition der Angriffe. US-Kampfflugzeuge hätten die Klinik in der Stadt Maaret al-Numan in der Provinz Idlib zerstört, sagte der syrische Botschafter in Moskau, Riad Haddad, dem russischen Fernsehsender Rossija 24 am Montag. Die Militäraufklärung habe ergeben, dass die russische Luftwaffe damit nichts zu tun habe, sagte er demnach. Von russischer Seite gab es zu dem Vorfall zunächst keine Angaben.

Asas, das nur sieben Kilometer südlich von der türkischen Grenze entfernt ist, liegt entlang der Nachschubroute zwischen der Türkei und Aleppo. Während Truppen des Assad-Regimes die Gegend südlich der Stadt kontrollieren, befinden sich im Westen von Asas kurdische Kampfeinheiten. Nahe der Grenzstadt warten bereits mehr als 90.000 Menschen, die dringend Hilfe benötigen.

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