Zerstörungen in Syrien - nach Berichten wurde ein Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen beschossen.  | Bildquelle: REUTERS

Luftangriff im Norden des Landes Bomben auf Krankenhaus in Syrien

Stand: 15.02.2016 12:15 Uhr

Mehrere Raketen haben im Norden Syriens ein Krankenhaus zerstört, das von der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen unterstützt wird. Beobachter machen Russland für den Angriff verantwortlich, bei dem offenbar mehrere Menschen getötet wurden.

Im Norden Syriens ist eine Klinik bei einem Luftangriff zerstört worden. Das Krankenhaus wird von der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen unterstützt. Eine Sprecherin bestätigte den Angriff. Das örtliche Krankenhaus sei zweimal im Abstand von wenigen Minuten bombardiert worden. Mindestens acht Mitarbeiter würden vermisst.

Luftangriff auf Krankenhaus in Idlib
tagesschau24 12:45 Uhr, 15.02.2016

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Der Syrien-Chef von Ärzte ohne Grenzen, Massimiliano Rebaudengo, verurteilte die Attacke als "gezielten Angriff" auf eine medizinische Einrichtung. Durch die Zerstörung des Krankenhauses seien etwa 40.000 Bewohner der Region von medizinischer Versorgung abgeschnitten, sagte er. Insgesamt unterstützt die Hilfsorganisation in Syrien mehr als 150 Krankenhäuser. Seit Jahresbeginn wurden fünf davon bei Angriffen beschädigt.

MSF International @MSF
UPDATE #Syria the MSF-supported structure in #Idlib was hit by 4 rockets, at least 8 staff are missing. https://t.co/0vqfqlPm2Y

Russischer Angriff?

Die in London sitzende Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete von mindestens neun Toten und beschuldigte Russland, für den Angriff verantwortlich zu sein. Die Zahl der Toten könne steigen, da noch Opfer unter den Trümmern vermutet würden. Von russischer Seite gab es zu dem Vorfall zunächst keine Angaben.

Auch die Türkei machte Russland verantwortlich. Laut Regierungskreisen seien bei dem Angriff 14 Menschen getötet worden. Im Norden des Landes sind syrische Truppen auf dem Vormarsch. Sie werden durch russische Luftangriffe unterstützt.

Türkische Truppen in Syrien?

Am Wochenende hatten Meldungen über türkische Truppen auf syrischem Boden für Aufregung gesorgt. Die Regierung in Ankara wies die Vorwürfe aus Damaskus jedoch umgehend zurück. Das türkische Militär habe "nicht die Absicht", mit Truppen in Syrien zu intervenieren, sagte Verteidigungsminister Ismet Yilmaz der Nachrichtenagentur Anadolu.

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