Innenansicht eines teilweise zerstörten antiken Museum in Palmyra | Bildquelle: AFP

Krieg in Syrien IS marschiert erneut in Palmyra ein

Stand: 10.12.2016 20:29 Uhr

Der IS ist erneut in die syrische Oasenstadt Palmyra einmarschiert. Erst im März waren die Dschihadisten aus der Stadt vertrieben worden. Unterdessen setzen die Regierungstruppen ihre Offensive in Aleppo fort und drängen die Rebellen weiter zurück.

Aus dem umkämpften Aleppo in Syrien vermelden die Regierungstruppen weitere Erfolge - offenbar befindet sich ein Großteil des östlichen Stadtgebiets wieder unter ihrer Kontrolle. Doch an anderer Stelle muss die syrische Armee einen herben Rückschlag hinnehmen. Kämpfer der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) sind offenbar erneut in die Oasenstadt Palmyra einmarschiert.

Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte gelang es dem IS nach heftigen Gefechten mit den Regierungstruppen, in die historische Stadt einzuziehen. Dutzende Soldaten der Armee sollen getötet worden sein. Die Beobachtungsstelle hat ihren Sitz in Großbritannien und bezieht sich auf ein Netzwerk von Informanten aus Syrien. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite nur schwer nachzuprüfen.

Zweite Eroberung durch den IS

Der IS hatte die neue Offensive auf Palmyra in dieser Woche gestartet und die syrische Armee aus mehreren Richtungen angegriffen, hieß es von der Beobachtungsstelle weiter. Neben dem Einmarsch in die Stadt soll der Terrormiliz auch noch die Eroberung von mehreren wichtigen Gasfeldern gelungen sein.

Der IS hatte Palmyra im vergangenen Jahr schon einmal eingenommen. Etwa ein Jahr lang konnten die Dschihadisten die Stadt unter ihrer Kontrolle behalten. In dieser Zeit zerstörten sie mehrere Stätten des UNESCO-Weltkulturerbes: So sprengten sie etwa die Tempel Baal und Bal-Schamin in die Luft. Die historischen Ruinen waren bis zu 2000 Jahre alt. Im März 2016 hatten die Regierungstruppen den IS aus Palmyra vertreiben können.

Aus dem Archiv

Sieg der Regierungstruppen in Aleppo rückt näher
tagesthemen 23:15 Uhr, 10.12.2016, Alexander Stenzel, ARD Kairo, zzt. Aleppo

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Ost-Aleppo offenbar großteils in Regierungshand

Die Kämpfe der syrischen Regierung konzentrieren sich derzeit auf Aleppo. Die Armee hatte ihre Offensive auf die Stadt Mitte November gestartet und mittlerweile sollen 85 bis 93 Prozent der Fläche Ost-Aleppos wieder in Regierungshand sein, wie es aus unterschiedlichen Quellen heißt. Die bewaffneten Oppositionellen wurden immer weiter zurückgedrängt.

Die humanitäre Lage in Aleppo ist nach wie vor dramatisch: 100.000 Menschen halten sich nach Schätzungen der Vereinten Nationen noch in Ostaleppo auf. Da das Gebiet der Regierungsgegner immer kleiner wird, seien die Stadtviertel völlig überfüllt, sagen Aktivsten. Es mangele an Nahrungsmitteln und Trinkwasser, die medizinische Versorgung sei komplett zusammengebrochen.

Die Kämpfe erstrecken sich auch auf den Westen der Stadt, der von der Regierung gehalten wird. Auch aus diesen Vierteln versuchen Zehntausende Zivilisten zu fliehen. Binnen 24 Stunden waren das mehr als 30.000 Menschen. Berichten der Vereinten Nationen zufolge sollen die Aufständischen teilweise versucht haben, Zivilisten an der Flucht zu hindern.

Internationale Syrienkonferenz in Paris
10.12.2016, Ellis Fröder, ARD Paris

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Stundenlange Beratungen und trotzdem Stillstand

Unterdessen gehen international die Bemühungen weiter, humanitäre Hilfe für Ost-Aleppo möglich zu machen. In Paris tagte eine große Syrienkonferenz von Kritikern des syrischen Machthabers Bashar al-Assad, an der neben Frankreich, Deutschland und den USA unter anderem auch Länder wie Katar, die Türkei und Jordanien teilnahmen.

Die Konferenzteilnehmer forderten mit Nachdruck eine Feuerpause für Aleppo. Außenminister Steinmeier, der ebenfalls teilnahm, sagte "das Leid der Menschen in Aleppo ist unermesslich." Es sei deshalb "moralische und rechtliche Pflicht", dieses zu mindern. Auch der amerikanische Außenminister John Kerry forderte Russland, das Assad unterstützt, auf, "ein wenig Gnade" zu zeigen. Schärfer verurteilte er das "wahllose Bombardement" durch die syrischen Truppen. Kerry nannte diese Angriffe erneut Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Einen Durchbruch brachte die Konferenz jedoch nicht.

In Genf kamen Vertreter der amerikanischen und russischen Regierung zusammen, um über die Zukunft Syriens zu beraten. Bis zum Abend wurden jedoch noch keine Ergebnisse dieser Konferenz bekannt.

Mit Informationen von Anna Osius, ARD-Studio Kairo

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 10. Dezember 2016 um 23:15 Uhr.

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