Menschen in einer zerstörten Straße im syrischen Aleppo. | Bildquelle: AFP

Luftangriffe auf Aleppo Dutzende Tote bei mehr als 30 Bombardements

Stand: 23.09.2016 20:06 Uhr

Aleppo wird von Luftangriffen erschüttert. Während Diplomaten in New York über eine Rückkehr zur Waffenruhe verhandeln, kündigte die syrische Armee eine Bodenoffensive an. Aktivisten berichten von einem Inferno. Nach Klinikangaben starben mehr als 100 Menschen.

Die Zahl der Toten durch die schweren Luftangriffe auf die von Rebellen gehaltenen Stadtteile im syrischen Aleppo steigt weiter. Insgesamt kamen bei den rund 30 Bombardements mehr als 100 Menschen ums Leben. Bereits gestern hatten Ärzte von mindestens 91 Todesopfer berichtet.

Schwerste Luftangriffe und Bodentruppen

Kampfflugzeuge flogen den Rebellen zufolge seit dem Morgen die schwersten Angriffe seit langem auf die einstige Millionenstadt. Ein syrischer Militärvertreter erklärte, dass die Armee mit "Aufklärungseinsätzen sowie Luftangriffen begonnen" habe, denen in den nächsten Tagen eine Bodenoffensive folge. Wenn die Behauptungen von Augenzeugen allerdings stimmen, dann sind Bodentruppen längst unterwegs. Soldaten der Regierung sollen bereits Gebäude eingenommen haben und weiter vorrücken.

Weitere Luftangriffe auf Aleppo
tagesthemen 21:45 Uhr, 23.09.2016, Olaf Bock, ARD New York

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Augenzeugen berichten über das Inferno

Im Programm des Fernsehsenders Al-Hadath schilderte der Aktivist Bahaa al-Halaby das Inferno: "Allein von der Morgendämmerung bis kurz vor Mittag haben rund 100 Angriffe stattgefunden. Es werden verschiedene Waffen eingesetzt, auch verbotene - Phosphorbomben zum Beispiel und Streumunition. Die Zerstörungen sind enorm, es gibt Bombenkrater von fünf Metern Tiefe." Ein Angehöriger einer Zivilschutzeinheit erklärte darüber hinaus, dass allein auf das Viertel Al-Ansari 25 Angriffswellen geflogen wurden.

Steinmeiers Appell an Russland

Außenminister Steinmeier hat vor den Vereinten Nationen an Russland appelliert, seinen Einfluss auf Syriens Machthaber Assad für einen Waffenstillstand geltend zu machen. "Assads Luftwaffe muss ihre Angriffe stoppen. Dafür sehe ich Moskau in der Pflicht" sagte Steinmeier in einer Rede vor der UN-Vollversammlung in New York. "Gelingt uns das nicht, werden alle Bemühungen um eine politische Lösung im Bombenhagel untergehen." Russland gilt zusammen mit dem Iran als wichtigste Schutzmacht Assads.

Krisentreffen ohne Ergebnis

In New York endete zuvor ein internationales Krisentreffen am Rande der Generaldebatte der UN-Vollversammlung ergebnislos. Vertreter der Syrien-Unterstützergruppe äußerten sich ernüchtert, Bundesaußenminister Steinmeier beschrieb den Verlauf als "sehr kontrovers". Sein US-Kollege Kerry sagte, die Frage sei, "ob überhaupt noch eine reale Chance für Fortschritte besteht". Steinmeier zufolge gelang es nicht, eine "abschließende Vereinbarung" über eine Waffenruhe zu erzielen.

Viel Zustimmung für Flugverbot

Immerhin habe es bei den Beratungen "viel Zustimmung" für den von Kerry und ihm vorgebrachten Vorschlag gegeben, ein zeitlich begrenztes Flugverbot über Syrien zu verhängen, um für eine Deeskalation zu sorgen. Die UN hofften, Aleppo über die Straße von Castello von der türkischen Grenze aus zu erreichen, was aber scheiterte. Das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (Ocha) erklärte, es werde nun geprüft, ob die Hilfen über den deutlich längeren Weg über Damaskus in die Stadt gebracht werden könnten.

Mit Informationen von Jürgen Stryjak

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