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Amnesty erhebt schwere Vorwürfe im Syrien-Konflikt
Rücksichtslose Angriffe auf die eigene Bevölkerung
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat der syrischen Armee vorgeworfen, rücksichtslos und teils wahllos gegen die eigene Bevölkerung vorzugehen.
Die Angriffe des Regimes richteten sich nicht gegen oppositionelle Kämpfer, sondern seien offenbar ausschließlich ein Mittel zur Bestrafung von Zivilisten, die mit den Aufständischen sympathisierten. Das geht aus einem neuen Amnesty-Bericht hervor, der auf Recherchen vor Ort beruht.
Anstatt mit Infanterie Stellungen der Rebellen anzugreifen, setzten die Truppen von Präsident Baschar al Assad verstärkt auf Artillerie- und Mörserbeschuss von Dörfern und Städten.
"Fundamentale Vorschriften verletzt"
"Solche wahllosen Angriffe verletzen die fundamentalen Vorschriften internationalen Menschenrechtes, weil sie nicht zwischen militärischen und zivilen Objekten unterscheiden", sagte Amnesty-Krisenbeauftragte, Donatella Rovera, die Anfang September 26 Städte und Dörfer im Norden Syriens besucht hatte. Schwere Waffen dürften niemals in Wohngebieten eingesetzt werden, ergänzte sie.
Zwar richtete sich die Kritik von Amnesty vor allem gegen die Regierungstruppen, allerdings wirft die Organisation auch den Aufständischen schwere Menschenrechtsverletzungen vor. Beide Seiten würden von Wohngebieten aus Angriffe starten und die Zivilbevölkerung damit erheblichen Gefahren aussetzen, hieß es in dem Bericht.
Syriens Regime greift laut Amnesty wahllos Zivilisten an
G. Biesinger, SWR London
19.09.2012 16:50 Uhr
Rebellen erobern Grenzposten
Unterdessen brachten die syrischen Rebellen einen weiteren Grenzübergang zur Türkei unter ihre Kontrolle. Nach Berichten von Nachrichtenagenturen vertrieben die Aufständischen Truppen des Assad-Regimes aus den Gebäuden des Grenzpostens Tell al Abjad. Nach der Einnahme des Übergangs kamen Syrer von der türkischen Seite aus zu Freudenfeiern über die Grenze.
Stand: 19.09.2012 15:17 Uhr
