Der syrische UN-Botschafter Bashar Jaafari (r) spricht während der Syrien-Verhandlungen in einem Hotel in Astana, Kasachstan, mit einem Delegationsmitglied. | Bildquelle: dpa

Syrien-Konferenz in Astana Hoffnung auf kleine Fortschritte

Stand: 23.01.2017 14:03 Uhr

Frieden in Syrien erwartet niemand - eine stabile Waffenruhe wäre bereits ein Erfolg der Gespräche in Kasachstans Hauptstadt Astana. Direkt miteinander sprechen Syriens Regierungsvertreter und Rebellen aber weiterhin nicht.

In der kasachischen Hauptstadt Astana hat die Friedenskonferenz für Syrien begonnen. Die Vertreter der syrischen Regierung und Rebellen verhandeln dabei allerdings noch nicht direkt miteinander. "Die Zeit ist noch nicht reif", sagte der Sprecher des wichtigsten Oppositionsbündnisses, der Syrischen Nationalen Koalition.

Beide Seiten kamen zwar in einem Hotelsaal in der kasachischen Hauptstadt Astana zusammen, blieben aber getrennt. Zwischen ihnen saßen die kasachischen Gastgeber und die Delegationen Russlands, des Irans und der Türkei. Diese drei Staaten haben das Treffen organisiert.

Hoffnung auf Waffenruhe

In seinem Eingangsstatement sagte der Delegationsleiter der Regierung, Bashar al-Dschafari, der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana zufolge, die Regierung hoffe, dass die Gespräche in Astana zunächst zu einem Ende der Kämpfe führen würden. Al-Dschafari hatte die Delegation bereits bei den vergangenen Treffen in Genf geführt.

An der Spitze der Oppositionsgruppen steht demgegenüber Mohammed Allusch, der die Voraussetzung einer Waffenruhe für politische Gespräche bekräftigte: "Wir sind hergekommen, um zunächst einmal die Feuerpause zu stärken. Wir werden keine weiteren Schritte einleiten, bevor das nicht vor Ort umgesetzt wird." Allusch, der der einflussreichen radikal-islamischen Gruppe Dschaisch al-Islam angehört, forderte die Freilassung von politischen Gefangenen. Auch er hatte die Opposition bereits in Genf vertreten.

Bereits vor dem Treffen hatte sich abgezeichnet, dass es inhaltlich zunächst um die Stärkung der brüchigen Waffenruhe in dem Bürgerkriegsland Syrien gehen wird. Eine Feuerpause gilt als Hauptvoraussetzung für die Opposition, mit Gesprächen für eine politische Lösung zu beginnen.

Syrien-Friedenskonferenz in Kasachstan
tagesschau 17:00 Uhr, 23.01.2017, Birgit Virnich, ARD Moskau

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Hilfsorganisationen veröffentlichen Appell

Fast 100 Hilfsorganisationen verlangten zum Auftakt der Gespräche den ungehinderten Zugang zu den notleidenden Menschen in Syrien. Russland und die Türkei müssten Hilfslieferungen für die hungernden Männer, Frauen und Kinder durchsetzen, forderten Organisationen wie Care, Oxfam und Worldvision. Der Aufruf wurde auch von syrischen Hilfsorganisationen unterstützt.

Die Vereinten Nationen fordern seit Wochen von Machthaber Baschar al-Assad und den Rebellen, den Helfern die Erlaubnis zum Transport von Lebensmitteln, Wasser, Medikamenten und anderen Gütern zu erteilen. Trotz Waffenruhe blockierten die Konfliktparteien die Hilfslieferungen.

Syrien und die instabile Waffenruhe
23.01.2017, Volker Schwenck, ARD Kairo

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Vorbereitung neuer Verhandlungen

Von den namhaften Oppositionsvertretern hatte die radikal-islamische Gruppe Ahrar al-Scham die Teilnahme an den Gesprächen abgelehnt. Sie verwies dabei auf anhaltende Kämpfe, unter anderem im Tal Wadi Barada nordwestlich von Damaskus. Ein Durchbruch in Astana ist nicht zu erwarten. Vielmehr sollen die Gespräche den Weg für die ab 8. Februar angesetzte neue Verhandlungsrunde in Genf ebnen. Diese soll unter der Schirmherrschaft der UN stattfinden. In dem seit den arabischen Aufständen 2011 andauernden Bürgerkrieg wurden Hunderttausende Menschen getötet.

Solidaritätsmarsch für Aleppo
Morgenmagazin, 23.01.2017, Hubertus Koch, RB

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Astana: Gespräche zu Waffenstillstand Syrien
S. Stöhr, ARD Moskau
23.01.2017 16:51 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 23. Januar 2017 um 10:00 Uhr.

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