Israelischer Angriff: Syrien und Iran drohen mit Vergeltung

Assad und Ahmadinedschad drohen Israel

Nach israelischem Luftangriff

Syrien und Iran drohen mit Vergeltung

Syrien und Iran haben Israel mit Vergeltung für die Luftangriffe auf syrischem Gebiet gedroht. Es gebe "die Option mit einem Überraschungsangriff zurückzuschlagen", sagte Syriens Botschafter im Libanon, Ali Abdul-Karim Ali. Er könne aber nicht sagen, wann es zu einer Vergeltungsaktion kommen könnte. Es obliege den zuständigen Stellen, dies vorzubereiten.

"Bedeutsame Folgen" für Tel Aviv

Im Iran erklärte der stellvertretende Außenminister Hossein Amir-Abdollahian laut einer Meldung der halbstaatlichen Nachrichtenagentur Fars, der Luftangriff auf Syrien werde "bedeutsame Folgen für die israelische Stadt Tel Aviv" haben. Was dies genau bedeutet, ließ der Politiker allerdings offen.

Zuvor hatten beide Staaten den gemeldeten Luftangriff durch israelische Kampfjets scharf verurteilt. Es handle sich um eine "brutale Aggression", erklärte die Regierung in Teheran. Die Arabische Liga bezeichnete das Vorgehen der israelischen Armee als eklatante Verletzung der Souveränität eines arabischen Staates. Auch andere Länder, wie Russland, kritisierten das Vorgehen Israels.

Syrien und Iran drohen Israel mit Vergeltung
tagesschau 20:00 Uhr, 31.01.2013, Markus Rosch, ARD Tel Aviv

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Unklarheit über Luftangriff

Unterdessen herrscht weiter Unklarheit über das genaue Ziel der israelischen Attacke. Laut "New York Times" zielte der Angriff auf einen Waffen-Konvoi, der für die Hisbollah im Libanon bestimmt gewesen sein soll. Die israelische Regierung habe Washington darüber informiert.

Der Grund: Die Hisbollah könnte in den Besitz von chemischen Waffen und von unbemannten Flugzeugen der syrischen Armee gekommen sein. Das sagte Guy Bechor vom Interdisziplinären Zentrum in der israelischen Stadt Herzlia der ARD. Die Islamistengruppe aus dem Libanon kämpft seit längerem im syrischen Bürgerkrieg an der Seite Assads. Nun gebe es Befürchtungen, sie könnte diese Waffen gegen Israel einsetzen.

Angriffsziel Forschungseinrichtung?

Die zweite Erklärung stammt vom syrischen Militär. Danach hätten israelische Kampflugzeuge keinen Transport, sondern eine militärische Forschungseinrichtung nördlich von Damaskus angegriffen. "Dieses Institut erzeugt seit seiner Gründung den Anschein einer harmlosen Forschungseinrichtung zur Förderung der Wirtschaft und der Gesellschaft in Syrien", erklärte Pessah Melubami, israelischer General im Ruhestand. "Aber in Wirklichkeit beschäftigen sie sich mit Raketen, chemischen und biologischen und vielleicht sogar mit Atomwaffen." Israel selbst hat sich zu dem Vorfall noch nicht geäußert.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle warnte angesichts der jüngsten Entwicklungen vor einer Zuspitzung der Lage in der Region. "Jeder muss jetzt seine Verantwortung kennen, jetzt ist die Stunde der Deeskalation", mahnte er am Rande des Treffen der EU-Außenminister in Brüssel.

Richard C. Schneider (ARD) zum israelischen Luftangriff auf Syrien
tagesschau24 11:00 Uhr, 31.01.2013

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Stand: 31.01.2013 15:50 Uhr

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