Lkw mit Hilfsgütern erreicht einen Vorort von Damaskus | Bildquelle: REUTERS

Versorgung der Bevölkerung in Syrien Erste Hilfsgüter erreichen belagerte Städte

Stand: 17.02.2016 23:13 Uhr

Konvois mit Hilfsgütern der Vereinten Nationen haben die ersten belagerten syrischen Städte erreicht. In den Vororten von Damaskus sowie in Kafraja und Fuaa bei Aleppo können nun Zehntausende Menschen mit dem Nötigsten versorgt werden.

Hilfslieferungen der Vereinten Nationen haben mehrere von Rebellen gehaltene Orte in Syrien erreicht. 35 Lastwagen trafen am Nachmittag in der Ortschaft Moadimajet al-Scham nahe der Hauptstadt Damaskus ein, wie der Syrische Rote Halbmond mitteilte. Nach Angaben der Vereinten Nationen erreichten die ersten Lkw die Orte Fua und Kafraja. Auch die Menschen in Madaja wurden mit Hilfsgütern versorgt.

Die am Mittwoch auf die Reise geschickten Lastwagen transportierten nach Angaben des UN-Koordinators für humanitäre Hilfe in Syrien Lebensmittel und Medikamente für insgesamt 93.000 Menschen. Landesweit sind nach UN-Schätzungen derzeit fast 500.000 Menschen in Städten und Dörfern ohne ausreichend Nahrung und Strom eingeschlossen. Hilfsmitarbeiter berichteten von Dutzenden Hungertoten allein in Madaja, das zu einem Symbol der Belagerung geworden ist.

Hilfslieferungen für belagerte Städte
tagesschau 17:00 Uhr, 17.02.2016, Thomas Aders, ARD Kairo

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Kämpfe um Damaskus

Im Gebiet um Damaskus versucht das Assad-Regime, die letzten von Rebellen gehaltenen Städte unter seine Kontrolle zu bringen. Moadamijah und Madaja sind von der syrischen Armee und mit ihre verbündeten Milizen belagert. Genau anders herum verhält es sich in zwei Orten in Fuaa und Kefraya im Nordwesten Syriens: Die überwiegend von Schiiten bewohnten Orte werden von Regimegegnern belagert. Tausende Menschen leiden an Hunger, Dutzende sind nach Berichten von Hilfsorganisationen schon an Mangelernährung gestorben.

Deutschland unterstützt Hilfslieferungen

Unterdessen sicherte Außenminister Frank-Walter Steinmeier dem neuen UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi Deutschlands Unterstützung bei der Versorgung notleidender Menschen in Syrien zu. Es dürfe nichts unversucht gelassen werden, um die Gewalt in Syrien einzudämmen, damit humanitäre Hilfe ermöglicht werden könne. Nach Worten Grandis spielt Deutschland bei der humanitären Hilfe eine zentrale Rolle. Doch müsse der Druck auf die Kriegsparteien aufrecht erhalten werden. "Wir brauchen den Zugang", so der UN-Diplomat.

Frank-Walter Steinmeier | Bildquelle: dpa
galerie

Steinmeier versprach weitere deutsche Hilfe für Syrien.

Die Vereinten Nationen schätzen, dass in Syrien momentan mindestens 15 Orte von der Außenwelt abgeschnitten sind. Bisher scheint das Assad-Regime nur einen sicheren Zugang zu den sieben Städten gewährleistet zu haben, deren Einwohner der Syrien-Kontaktgruppe zufolge die humanitäre Hilfe am dringendsten benötigen.

Im Laufe der Woche könnten weitere Hilfslieferungen nach Kafr Batna nahe Damaskus und Deir ez-Zour im Osten des Landes folgen. Ob die Lebensmittel die notleidenden Menschen im Osten tatsächlich erreichen werden, ist jedoch offen, da der "Islamische Staat" das Gebiet kontrolliert.

Absprachen der Münchner Sicherheitskonferenz

Die Hilfslieferungen für belagerte Gebiete gehören zu den Absprachen, die von 17 Nationen auf der Münchner Sicherheitskonferenz vergangene Woche getroffen worden waren. Die Vereinten Nationen verlangten noch einmal ungehinderten Zugang zu allen Gebieten in Syrien. Nach ihren Schätzungen werden 18 Gemeinden in Syrien von verschiedenen Konflitkparteien belagert. Rund eine halbe Million Menschen seien eingeschlossen und von der Versorgung abgeschnitten.

Mit Informationen von Sabine Rossi, ARD-Studio Kairo

Erste Hilfsgüter erreichen abgeriegelte Städte in Syrien
S. Rossi, ARD Kairo
18.02.2016 01:16 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Darstellung: