Mutmaßlicher Giftgasangriff in Syrien Bilder, die das Grauen zeigen

Stand: 04.04.2017 17:44 Uhr

Bei einem mutmaßlichen Angriff mit Giftgas sind in Syrien offenbar mindestens 58 Menschen getötet worden. Für die vielen Verletzten fehlen Medikamente. Und dann wurde auch noch die Klinik angegriffen, in der die Verletzten behandelt werden.

Von Björn Blaschke, ARD-Studio Kairo

Die Bilder, die angeblich aus dem Ort Chan Scheichun stammen, zeigen das reine Grauen: Kinder und Erwachsene, die auf dem Boden liegen. Einige mit Schaum vorm Mund, andere hechelnd oder mit Krämpfen, zuckend.

Monzer Khalil, der Leiter der Gesundheitsbehörde in der Provinz Idlib, in der sich der angegriffene Ort befindet, äußerte sich am Mittag auch dazu, dass es unterschiedliche Opferzahlen gibt. "Wir haben bis jetzt 50 identifizierte Namen von Toten dokumentiert. Und um die 300 Verletzte. Sie wurden in nahe gelegene Kliniken in der Provinz Idlib transportiert. Die Zahl der Toten steigt weiter, denn einige Opfer leiden unter sehr schweren Verletzungen. Außerdem mangelt es an Medikamenten in Idlib. Und an Intensivstationen, die viele der Verletzten brauchen. Deshalb sagen wir, dass die Zahl der toten Opfer noch steigen wird", sagte er im Sender al-Arabiyya.

Tote und verletzte Zivilisten nach Giftgasangriff in syrischer Provinz Idlib
nachtmagazin 01:00 Uhr, 05.04.2017, Volker Schwenck, ARD Kairo

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Zumal es kurz darauf aus Aktivisten-Kreisen hieß, dass die Klinik, in die viele Verletzte gebracht worden waren, Ziel eines weiteren Angriffs wurde. Für die Opposition ist klar: Es waren syrische oder russische Kampfjets, die den Giftgaseinsatz auf Chan Scheichun im Nordwesten Syriens flogen. Beide Seiten - Moskau und Damaskus - bestreiten das.

Giftgasangriff in Syrien | Bildquelle: AFP
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Bei einem mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien wurden viele Menschen verletzt.

Im syrischen Staatsfernsehen erklärte ein Kommentator, ein Professor für Internationale Beziehungen, die Kräfte von Präsident Bashar al-Assad hätten gar keine C-Waffen. Das steht im Widerspruch zu dem, was eine Untersuchungskommission der Vereinten Nationen in einem Bericht festhält. Dem zufolge haben im Syrien-Krieg sowohl die Regierung als auch ihre Gegner Giftgas eingesetzt.

"Gefährliche Botschaften"

Neue Sanktionen gegen Damaskus wegen des Einsatzes von Giftgas scheiterten Ende Februar im UN-Sicherheitsrat am Veto Russlands und Chinas. So oder so: Ahmad Ramadan, ein Sprecher des in Istanbul ansässigen Oppositionsbündnisses, sieht eine Mitverantwortung der westlichen Regierungen an der jüngsten Eskalation im Syrien-Krieg. Jedenfalls der westlichen Regierungen, die nicht länger an der Forderung nach einem Abgang von Präsident Assad festhalten. So hatte Nikki Haley, die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, jüngst erklärt, die US-Regierung konzentriere sich nicht länger darauf, "Assad los zu werden". "Einige Politiker und Diplomaten, die ihre Aussagen ohne Rücksicht auf Folgen machen, wissen nicht, dass sie damit dem Regime grünes Licht geben, den Krieg zu eskalieren. Das sind gefährliche Botschaften. Daher sagen wir unseren Freunden: Es gibt Signale, die das Regime und seine Verbündeten so interpretieren, dass sie unverzüglich die Zivilisten angreifen."

Mutmaßlicher Giftgaseinsatz in Syrien
B. Blaschke, ARD Kairo
04.04.2017 16:50 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die Tagesschau am 04. April 2017 um 15:00 Uhr.

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