Ein syrischer Soldat macht auf einer Straße in Aleppo das Victory-Zeichen. | Bildquelle: dpa

Krieg in Syrien Friedensgespräche ohne die UN?

Stand: 28.12.2016 10:42 Uhr

Russland, der Iran und die Türkei wollen neue Friedensgespräche für Syrien starten - ohne die UN, die bisher die Vermittlungen leitete. Die USA kündigten unterdessen an, Rüstungslieferungen für die Rebellen zu erleichtern - was in Moskau auf herbe Kritik stößt.

Immer wieder wurde in Gesprächen nach Lösungen für den Krieg in Syrien gesucht und um Feuerpausen gerungen. Oft genug waren die Verhandlungen vergebens. Nun wollen Russland, der Iran und die Türkei einen eigenen Vorstoß für eine Feuerpause auf den Weg bringen - und das ohne die Vereinten Nationen. Bislang hatten die UN die Friedensverhandlungen geleitet, an denen auch die USA und europäische Staaten beteiligt waren.

Im Rahmen ihrer nun geplanten eigenen Vermittlungen wollen sich russische, iranische und türkische Vertreter in der kasachischen Hauptstadt Astana mit Abgesandten des syrischen Machthabers Bashar al-Assad treffen, um die "Kooperation mit Ankara, Teheran und anderen Ländern der Region auszubauen", kündigte der russische Außenminister Sergej Lawrow an. Ihm zufolge könnten auch Mitglieder der Rebellengruppen in die Verhandlungen eingebunden werden.

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Bilder aus Aleppo zeigen die Zerstörung der syrischen Stadt - aufgenommen zwischen 2008 und 2016

Blick auf die Altstadt von Aleppo
Blick auf die Altstadt von Aleppo

Blick auf die Altstadt von Aleppo im November 2008 und im Dezember 2016

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Moskau verschärft Kritik an USA

Bereits jetzt sprächen Vertreter des russischen und türkischen Militärs mit Vertretern der Rebellen in Ankara über eine landesweite Feuerpause, wie die russische Nachrichtenagentur RIA berichtete. Dem widersprach jedoch das sogenannte Hohe Verhandlungskomitee der Aufständischen: Es gebe keinerlei Kontakte zu Assad, zitierte die Agentur Reuters das Gremium.

Russland unterstützt Assad mit seiner Luftwaffe, der Iran stellt schiitische Milizen zur Verfügung. Als Partner des syrischen Präsidenten verschärfte Moskau nochmals seine Kritik an den USA. Washington hatte in Aussicht gestellt, die Auflagen für Rüstungslieferungen an syrische Rebellen zu lockern. Aus russischer Sicht stellt das einen "feindlichen Akt" dar, der russische Soldaten und Flugzeuge gefährde, hieß es aus dem Außenministerium. Der noch amtierende US-Präsident versuche, die Situation in der Welt noch zu verkomplizieren, bevor er seinen Platz im Weißen Haus für seinen Nachfolger Donald Trump räumen müsse.

Deutschland gibt 15 Mio. für medizinische Hilfe

Unterdessen hat Deutschland ein umfassendes Hilfsprogramm für Syrien gestartet. Wie Entwicklungsminister Gerd Müller bekannt gab, habe sein Ministerium 15 Millionen Euro bereitgestellt, um die medizinische Versorgung in den Regionen Aleppo, Idlib und Hama aufrecht zu erhalten. Mit dem Geld könnten rund tausend Ärzte, Krankenschwestern und Psychologen ihre Arbeit für weitere 30 Monate fortsetzen.

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. Dezember 2016 um 23:00 Uhr

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