Menschen stehen vor zerstörten Gebäuden in Duma. | Bildquelle: dpa

Mutmaßlicher C-Waffenangriff Russland verwischt laut USA Spuren in Duma

Stand: 20.04.2018 07:14 Uhr

Die USA werfen Russland vor, die Untersuchung des mutmaßlichen Giftgasangriffs auf die ehemalige Rebellenbastion Duma in Syrien zu behindern. Das Land versuche, belastende Beweise verschwinden zu lassen.

Nach tagelanger Verzögerung der Untersuchung eines mutmaßlichen Giftgasangriffs in der syrischen Stadt Duma durch internationale Experten vermutet Washington dahinter böses Spiel unter russischer Regie. "Wir haben glaubwürdige Informationen, dass russische Vertreter mit dem syrischen Regime kooperieren, um den Inspekteuren den Zugang nach Duma zu verwehren und Zeugen zu beeinflussen", twitterte Washingtons Außenamtssprecherin Heather Nauert.

Die USA gehen daher davon aus, dass Russland und Syrien eine eigene inszenierte Untersuchung in Duma durchführen wollten. Zudem sollten die Stellen, an denen die Giftgasangriffe vermutet wurden, durch das Entfernen möglicher Beweise für den Einsatz von Giftgas "gesäubert" werden.

OPCW-Mitarbeiter sitzen fest

Experten der Organisation für ein Verbot von Chemiewaffen (OPCW) sitzen bereits seit Tagen in der Hauptstadt Damaskus fest und können nicht nach Duma. Sicherheitsmitarbeiter der Vereinten Nationen waren zuletzt unter Beschuss geraten, als sie die Lage in Duma für das OPCW-Team erkunden wollten.

Die Zeit für die Spurensicherung drängt. Die mutmaßliche Attacke war bereits am 7. April. Duma war zum Zeitpunkt des mutmaßlichen Angriffs in der Hand islamistischer Rebellen, steht inzwischen aber unter Kontrolle der syrischen Regierung und seines Verbündeten Russland.

Mehr als 40 Menschen getötet

Westliche Staaten machen die syrische Regierung für den mutmaßlichen Giftgasangriff verantwortlich. Nach Angaben der syrischen Zivilschutzorganisation Weißhelme wurden dabei mehr als 40 Menschen getötet.

Die USA, Großbritannien und Frankreich hatten auf den Gasangriff mit einer Luftattacke auf mehrere Giftgaseinrichtungen in Syrien reagiert. Dabei waren am vergangenen Wochenende mehr als 100 Marschflugkörper eingesetzt worden.

Nach diesem Angriff sind dem russischen Militär nach eigenen Angaben zwei nicht explodierte Marschflugkörper in die Hände gefallen. Die Waffen seien zur Untersuchung nach Russland gebracht worden.

Blick auf die syrische Stadt Duma | Bildquelle: AFP
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Zerstörte Häuser in Duma. Nach Angaben der syrischen Zivilschutzorganisation Weißhelme wurden bei dem mutmaßlichen Giftgasangriff mehr als 40 Menschen getötet.

Strafverfahren wegen Chemie-Exporten nach Syrien

In Belgien ist ein Strafverfahren gegen drei Firmen wegen des Exports von waffenfähigen Chemikalien nach Syrien eröffnet worden. Dies bestätigte Außenminister Didier Reynders am Donnerstag den Sendern Bel RTL und RTBF.

Nach Medienberichten exportierten die Unternehmen trotz der geltenden EU-Sanktionen gegen Syrien bis 2016 insgesamt 96 Tonnen Isopropanol in das Bürgerkriegsland. Dies gilt als Grundstoff des chemischen Kampfstoffs Sarin, der mehrfach in dem Konflikt eingesetzt worden sein soll.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 20. April 2018 um 06:00 Uhr.

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