Syrien: Präsident Assad gibt sich kämpferisch

Assad

Präsident Assad gibt sich kämpferisch

"Syrien wird sich verteidigen"

Trotz des wachsenden internationalen Drucks und einem möglicherweise bevorstehenden Angriff auf sein Land gibt sich der syrische Präsident Baschar al Assad kämpferisch. "Dies ist eine historische Herausforderung, aus der wir als Sieger hervorgehen werden", sagte Assad nach Angaben der libanesischen Tageszeitung "Al-Achbar" vor Vertretern seiner Führung. "Seit dem Beginn der Krise warten wir darauf, dass unser wahrer Feind sich zeigt", sagte Assad demnach. Er wisse, "dass Eure Moral gut ist und dass Ihr bereit seid, jeder Aggression zu trotzen und das Vaterland zu schützen".

Auch bei einem Treffen mit jeminitischen Politikern zeigte sich der syrische Präsident ungebrochen. "Syrien wird sich gegen jegliche Aggression verteidigen", sagte er laut Staatsfernsehen während des Treffens. Sein Volk schwor er auf den Widerstand gegen eine westliche Militärintervention ein.

Ähnlich hatte sich bereits der syrische Außenminister Walid al Muallim geäußert. "Wir werden uns verteidigen", sagte er. Dazu stünden militärische Mittel zur Verfügung, welche die Welt "überraschen" würden. Sein Land sei "kein Häppchen, das man so einfach verspeisen kann."

Warten auf Ergebnis der UN-Inspektionen in Syrien
tagesschau 17:00 Uhr, 29.08.2013, Esther Saoub, SWR

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Die politische Führung Syriens drängte in den vergangenen Tagen stärker in die internationalen Medien, vermutlich als Reaktion auf den drohenden Angriff der USA, Frankreichs und Großbritanniens. Assad gab der russischen Zeitung "Iswestija" ein Interview, in dem er die Vorwürfe des Chemiewaffeneinsatzes bestritt. Enge Vertraute - die nicht namentlich genannt werden - sagten der Nachrichtenagentur dpa, dass Assad vergleichsweise normal arbeite und auch die Familie in Damaskus bleiben werde.

UN-Experten verlassen Syrien am Samstag

Unterdessen skizzierte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon die weitere Arbeit der Inspektoren, die derzeit in Syrien nach Spuren von Chemiewaffeneinsatz suchen. Das Expertenteam um den Schweden Åke Sellström brauche Zeit, seine Arbeit abzuschließen, sagte Ban. Die UN-Mitarbeiter würden ihre Arbeit am Freitag abschließen und das Land am Samstag verlassen, um dann ihre Untersuchungsergebnisse vorzulegen.

Ban appellierte auch an eine friedliche Lösung des Konflikts und bat um Zurückhaltung. "Es ist wichtig, dass alle Meinungsverschiedenheiten auf friedliche Weise und durch Dialog gelöst werden", betonte er in Wien.

Ein Mitglied des UN-Inspektorenteams nimmt bei Damaskus eine Bodenprobe. (Bildquelle: AP)
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Dieses von der AP verbreitete Foto zeigt ein Mitglied des UN-Inspektorenteams, das bei Damaskus eine Bodenprobe nimmt.

Merkel wirkt auf Russland ein

Eine politische Lösung des Konflikt mahnten auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und der russische Präsident Wladimir Putin bei einem Telefonat an. Merkel habe dafür geworben, die Verhandlungen im UN-Sicherheitsrat für eine schnelle, einmütige internationale Reaktion zu nutzen, gab Regierungssprecher Steffen Seibert bekannt. Merkel habe ferner ihre Auffassung bekräftigt, dass der mutmaßliche Giftgasangriff gegen die syrische Zivilbevölkerung eine internationale Reaktion erfordere.

Russland soll nach Darstellung Großbritanniens eine Syrien-Resolution bereits vor der Abstimmung torpediert haben, die zum Schutz der Zivilbevölkerung vor Chemiewaffen auch Luftangriffe erlaubt hätte. Moskau will die Untersuchungsergebnisse der UN-Inspektoren abwarten.

Russland fordert weitere Untersuchungen

Russland brachte eine Ausweitung der UN-Giftgasuntersuchungen ins Spiel. Es sei unerlässlich, dass die Inspektoren etwa auch in Chan al Asal in der Provinz Aleppo Proben nähmen, forderte Außenamtssprecher Alexander Lukaschewitsch. In Chan al Asal sollen am 16. März mindestens 26 Menschen durch chemische Kampfstoffe ums Leben gekommen sein.

Zudem müsse der UN-Sicherheitsrat bei der Aufklärung der Giftgasvorwürfe auch die Ergebnisse russischer Experten berücksichtigen, forderte Lukaschewitsch. Die Spezialisten hatten in Chan al Asal Proben genommen, die nach Moskauer Angaben einen Giftgaseinsatz der Rebellen beweisen.

Orte bei Damaskus beschossen?

Die Kämpfe in Damaskus halten nach Darstellung von Oppositionsgruppen an. Wenige Stunden nach der Abfahrt der UN-Chemiewaffeninspekteure soll die Armee Ortschaften angegriffen haben, die das UN-Team besucht hatte. In der Nacht seien Samalka und Al Mleiha im Osten von Damaskus mit Artillerie beschossen worden. Auch von der Straße, die das Stadtzentrum von Damaskus mit dem internationalen Flughafen verbindet, wurden Gefechte gemeldet.

Stand: 29.08.2013 16:09 Uhr

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