Dieses Foto soll den Ort des Anschlages in Asas zeigen.  | Bildquelle: AFP

Autobombe in Asas Viele Tote bei Anschlag in Nordsyrien

Stand: 07.01.2017 16:41 Uhr

In der nordsyrischen Stadt Asas sollen mindestens 43 Menschen bei der Detonation einer Autobombe ums Leben gekommen sein. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden zahlreiche weitere Menschen verletzt.

Die von Rebellen kontrollierte Stadt Asas im Norden Syriens ist erneut zum Ziel eines schweren Anschlags geworden. Bei der Explosion einer Autobombe seien in der Stadt an der türkischen Grenze mindestens 43 Menschen getötet worden, die meisten von ihnen Zivilisten, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Die Bombe war in einem Tanklastzug deponiert, hieß es weiter.

Zunächst hatte die oppositionsnahe Organisation noch von 19 Toten gesprochen. Den Angaben zufolge gab es Dutzende Verletzte, als der Sprengsatz auf einem Markt vor einem Gerichtsgebäude in die Luft ging. Unter den Toten seien mindestens sechs Rebellen.

Mehr als 40 Tote nach Bombenanschlag in Syrien
tagesschau 20:00 Uhr, 07.01.2017

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Frühere Anschläge in Asas

In Asas war erst im November eine Autobombe explodiert. Die Beobachtungsstelle hatte damals von zehn Toten gesprochen, die Rebellen von 25. Im Oktober waren in Asas nach Angaben der Beobachtungsstelle 17 Menschen durch eine Autobombe getötet worden. Die Angaben der oppositionsnahen Beobachtungsstelle sind von unabhängiger Seite nur schwer zu überprüfen.

Asas liegt in der nordsyrischen Provinz Aleppo. Anders als die Stadt Aleppo wurde Asas nicht von syrischen Regierungstruppen zurückerobert. Die Stadt wird von Rebellen kontrolliert, die vom Nachbarland Türkei unterstützt werden. Sie war mehrfach das Ziel von Angriffen des "Islamischen Staates".

Kämpfe um Wasserzufuhr

Ungeachtet einer seit Ende Dezember geltenden landesweiten Waffenruhe setzten Regierungstruppen und islamistische Rebellen ihre Kämpfe um die Wasserzufuhr von Damaskus in der Nacht fort. Bei Gefechten in Wadi Barada, einem von den Rebellen gehaltenen Tal in der Nähe der syrischen Hauptstadt, seien mindestens sieben Soldaten und zwei Zivilisten getötet worden, berichtete die Beobachtungsstelle.

Das Tal liegt nordwestlich von Damaskus. Von hier aus fließt der Barada-Fluss in die syrische Hauptstadt. Er liefert das Trinkwasser für Millionen Menschen. Doch seit dem 22. Dezember ist die Wasserzufuhr aus Wadi Barada unterbrochen. Nach UN-Angaben sind 5,5 Millionen Menschen ganz oder teilweise vom Trinkwasser abgeschnitten.

Nach einem Bericht des syrischen Staatsfernsehens traf am Morgen ein Team von Fachleuten am Zugang zum Wadi Barada ein, um die Reparatur der Wasseranlagen in Angriff zu nehmen. Aus Regierungskreisen in Damaskus hieß es, Russland habe eine Waffenruhe für die Gegend vermittelt, um die Reparatur zu ermöglichen. Die Wiederherstellung der Wasserversorgung für Damaskus dürfte mehrere Tage in Anspruch nehmen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 07. Januar 2017 um 14:00 Uhr.

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