Analyse von Militärexperten Wie stark ist Syriens Armee?

Stand: 28.08.2013 09:11 Uhr

Auf dem Papier gehören die syrischen Streitkräfte noch zu den stärksten der arabischen Welt. Allerdings haben sich ihre Kapazitäten seit Beginn des Bürgerkriegs vor mehr als zwei Jahren halbiert, wie das Internationale Institut für Strategische Studien in London (IISS) schätzt. In einer Analyse vom März dieses Jahres kommt das IISS zu folgender Bestandsaufnahme.

Truppenstärke

Zu Beginn des Bürgerkriegs wurde die Truppenstärke noch auf 325.000 Mann geschätzt, davon 220.000 beim Heer. Überläufe, Desertionen und Verluste hätten die Zahl mindestens um die Hälfte reduziert, schreiben die IISS-Experten. Einige Brigaden seien auch "verschwunden", weil sie als politisch wenig verlässlich betrachtet worden seien. In der Theorie verfügen die Streitkräfte heute über 178.000 Soldaten, davon 110.000 beim Heer, 36.000 bei der Luftabwehr, 27.000 bei der Luftwaffe und 5000 bei der Marine.

Neben den regulären Truppen verfügte Machthaber Baschar al Assad 2009 über geschätzte 108.000 paramilitärische Kräfte, die meisten von ihnen in der Miliz seiner Baath-Partei. Die Einheiten spielen im Kampf gegen die Aufständischen eine große Rolle. Wie hoch deren Zahl gegenwärtig ist, kann das IISS nicht einschätzen.

Syriens Präsident Assad bei einem Truppenbesuch (Bildquelle: dpa)
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Im Bürgerkrieg ist Assads Armee auf dem Vormarsch. Doch die Truppe hat deutlich an Stärke verloren.

Struktur

Das Heer verfügt regulär über sieben Panzerdivisionen, drei Divisionen Panzergrenadiere, zwei Divisionen Spezialeinheiten und eine Division der Republikanischen Garde, die für Damaskus zuständig ist. Als besonders effizient gelten die Spezialkräfte und die Republikanische Garde, ihre Mitglieder gehören wie Assad der Minderheit der Alawiten an. Zusammengenommen wird die Zahl der Elitesoldaten auf 50.000 geschätzt. Nur auf sie könne sich Assad wirklich verlassen, schreibt das IISS.

Ausrüstung

Das Material der Streitkräfte stammt überwiegend aus Russland oder noch aus der Sowjetunion. Vor den Kämpfen verfügte das Heer über 4950 Panzer. Die Zahl sei inzwischen deutlich reduziert, schätzt das IISS. Das Kommando für das beachtliche Raketenarsenal befindet sich in Aleppo im Norden des Landes. Die Marine setzt zwei Fregatten ein. Bei der Luftwaffe gibt es zwar noch 365 Kampfjets. Ein großer Teil der Luftflotte sei aber vermutlich nicht richtig einsatzbereit, heißt es in der Bestandsaufnahme des Instituts. Von den Kämpfen am wenigsten geschwächt sei vermutlich die Luftabwehr. Die Kapazität wird auf tausende Boden-Luft-Raketen aus russischer Produktion geschätzt, darunter auch einige modernere Waffen.

(Quelle: AFP)

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 28. August 2013 um 10:00 Uhr.

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