Helfer in den Trümmern einer Moschee bei Aleppo | Bildquelle: AFP

Verwirrung um Luftangriff Wer griff Moschee bei Aleppo an?

Stand: 17.03.2017 12:57 Uhr

Bei Aleppo sollen bei einem Angriff auf eine Moschee mindestens 46 Menschen getötet worden sein. Doch wer flog diesen Angriff? Die USA bestätigten eine Aktion in der Nähe einer Moschee - allerdings in der Provinz Idlib. Nun soll es eine Untersuchung geben.

Von Carsten Kühntopp, ARD-Studio Kairo

Welches Ziel hat die US-Luftwaffe gestern in Nordsyrien angegriffen? Wo genau lag es, und was waren die Folgen des Angriffs? Am Tag nach dem verheerenden Luftschlag auf eine Moschee in Nordsyrien gibt es nach wie vor keine Antworten auf diese Fragen. Laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurde die Moschee in dem Dorf Al-Dschinnah am Abend mehrmals getroffen. Etwa 300 Menschen hätten dort gerade gebetet, als die Raketen einschlugen. Die meisten der mindestens 46 Toten seien Zivilisten gewesen. Al-Dschinnah liegt in der Provinz Aleppo, etwa 30 Kilometer westlich der gleichnamigen Stadt, und befindet sich in der Hand von Aufständischen.

Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (Syrian Observatory for Human Rights, SOHR) sitzt in Großbritannien und will Menschenrechtsverletzungen in Syrien dokumentieren. Die Informationen der Beobachtungsstelle lassen sich nicht unabhängig überprüfen.  

Die Beobachtungsstelle machte ausdrücklich keine Angaben dazu, welche Luftwaffe für den Angriff verantwortlich war - das sei nicht klar. Die Organisation mit Sitz in Großbritannien erhält ihre Informationen von Aktivisten vielerorts in Syrien und steht der Opposition nahe. Ihre Angaben haben sich im Laufe der vergangenen Jahre als recht zuverlässig erwiesen, lassen sich von unabhängiger Seite allerdings nicht überprüfen.

Tote bei Angriff auf Moschee nahe Aleppo
tagesschau 20:00 Uhr, 17.03.2017, Volker Schwenck, ARD Kairo

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USA streiten Verantwortlichkeit ab

Das Zentralkommando der US-Streitkräfte teilte mit, man habe einen Luftangriff auf eine Zusammenkunft von Al-Kaida-Kämpfern in der Provinz Idlib geflogen. Dabei seien mehrere der Extremisten getötet worden. Auf Nachfrage fügte ein Sprecher des Zentralkommandos hinzu, eine Moschee habe man nicht beschossen.

Zwar habe sich unweit des Ziels ein Gebetshaus befunden - in einer Entfernung von etwa 15 Metern. Allerdings habe man weder dieses Gebäude im Visier gehabt, noch habe man es getroffen - die Moschee stehe noch. Laut dem Sender Al Dschasira habe der Sprecher aber auch zugegeben, dass der genaue Ort, den US-Jets angegriffen hätten, unklar sei. Der Militärsprecher sagte eine Untersuchung darüber zu, ob Zivilisten bei dem Angriff ums Leben kamen oder verletzt wurden.

Idlib oder Aleppo?

Ob sich die Informationen des US-Militärs auf den Luftschlag bezogen, bei dem die Moschee in Al-Dschinnah getroffen wurde, ist nicht bekannt. Es scheint einige Verwirrung darüber zu geben, ob das Angriffsziel der amerikanischen Kampfflugzeuge tatsächlich wie angegeben in der Provinz Idlib lag - oder in der benachbarten Provinz Aleppo. Von Al-Dschinnah sind es jedenfalls nur wenige Kilometer bis zur Grenze der Provinz Idlib.

Im Internet ist unterdessen ein Foto eines Munitionsfragments aufgetaucht, das angeblich in den Trümmern der Moschee gefunden wurde.

Wer ist für verheerenden Luftschlag auf Moschee verantwortlich?
C. Kühntopp, ARD Kairo
17.03.2017 12:38 Uhr

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Dieser Beitrag lief am 17. März 2017 um 13:00 Uhr auf WDR 5 im Mittagsecho.

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