Zerstörte Häuser in Maaret al-Numan, in der Provinz Idlib/Syrien | Bildquelle: AFP

Krieg in Syrien Idlib, das nächste Schlachtfeld?

Stand: 25.12.2016 11:18 Uhr

Von Aleppo verlagert sich das Kampfgeschehen zunehmend in die benachbarte Provinz Idlib. Stellungen der Rebellen werden verstärkt aus der Luft angegriffen. Und Russland und der Iran kündigen an, ihre Kooperation in Syrien fortzusetzen.

Zwei Tage nach dem Abzug der Aufständischen aus Aleppo hat die russische Luftwaffe ihre Angriffe auf Rebellen in der syrischen Provinz Idlib verstärkt. Mindestens acht Angriffe seien auf Binisch, Sarakeb und Dschisr al Schakur geflogen worden, drei wichtige Städte in der Provinz Idlib im Nordwesten Syriens.

Die Region ist eine Hochburg vor allem radikal-islamischer Rebellengruppen und wird bereits seit Monaten von der russischen Luftwaffe bombardiert. Es wird erwartet, dass auch die nächste große Offensive der syrischen Armee Idlib gilt.

Russland ist der engste Verbündete des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad. Auch der Iran und die schiitische Hisbollah-Miliz unterstützen Assad. Anwohner und Rebellen berichteten, dass auch im Westen und Süden der Provinz Aleppo russische und syrische Kampfflugzeuge angegriffen hätten. So seien die Ortschaften Chan al Assal rund 14 Kilometer westlich der Stadt Aleppo sowie Hreitan, Andan und Atareb getroffen worden.

Am Donnerstag hatte die syrische Armee nach jahrelangen Kämpfen um die Stadt Aleppo erklärt, sie habe die einstige Millionenmetropole wieder vollständig unter ihrer Kontrolle. Die Rebellen räumten ihre letzten Stellungen im Ostteil der Stadt. Viele von ihnen sind nach Idlib gebracht worden.

Der russische Präsident Wladimir Putin und sein iranischer Amtskollege Hassan Ruhani nannten die Vertreibung der Rebellen als wichtigen Schritt im Kampf gegen den "Terrorismus". In einem Telefongespräch verabredeten beide, die Kooperation zwischen Russland und dem Iran in Syrien fortzusetzen. Sie bekräftigten, dass es in Kasachstan Friedensgespräche für Syrien geben soll. Details dazu wurden aber nicht bekanntgegeben.

Über dieses Thema berichteten Inforadio am 25. Dezember 2016 um 07:03 Uhr und Deutschlandfunk ab 04:00 Uhr in den Nachrichten.

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