Ein Panzer der syrischen Regierungstruppen steht in einer zerstörten Straße Aleppos. | Bildquelle: AFP

Krieg in Syrien Neue Angriffe nahe Aleppo

Stand: 24.12.2016 18:59 Uhr

Aleppo befindet sich wieder unter der Kontrolle der syrischen Regierungstruppen. In den umliegenden Gebieten setzt die Armee jedoch ihre Angriffe gegen Rebellen offenbar weiter fort. Deutschland hat unterdessen seine Hilfszusagen für die geflohenen Bewohner Aleppos bekräftigt.

Die Gefechte um das syrische Aleppo sind beendet, doch in den Gebieten rund um die Stadt setzen die Regierungstruppen ihre Angriffe offenbar fort. So berichteten Menschenrechtsgruppen von Luftangriffen auf Regionen westlich von Aleppo, die nach wie vor von Rebellen gehalten werden. Demnach wurden bis zu sieben Menschen getötet. Bereits am Freitag sei dieses Gebiet bombardiert worden.

Auch in Aleppo selbst gab es laut der staatlichen Nachrichtenagentur Sana trotz Ende der Kämpfe weitere Tote. In einer Schule und einem benachbarten Gebäude seien Sprengsätze explodiert. Drei Menschen wurden demnach getötet und rund 30 verletzt. Die Sprengsätze waren vermutlich von Rebellen in den Häusern zurückgelassen worden.

Schnelle Hilfe für Bewohner

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sicherte unterdessen schnelle Unterstützung für die aus Aleppo geflohenen Menschen zu. Er und sein türkischer Kollege Mevlut Cavusoglu hätten sich darüber in einem Gespräch verständigt, sagte der Außenminister. "Wir haben sichergestellt, dass ein Teil der deutschen humanitären Hilfsleistung im Rahmen der Evakuierung aus Ost-Aleppo als Soforthilfe für 5000 Zelte eingesetzt wird, die für diese Menschen rasch zur Verfügung gestellt werden", erklärte Steinmeier.

"Der Hölle entronnen"

Karte: Grenzregion Syrien Türkei
galerie

Grenzregion Syrien Türkei

Die Menschen werden in der nordsyrischen Provinz Idlib versorgt. "Gerade in diesen dunklen Zeiten wollen wir ein Zeichen für Mitmenschlichkeit setzen, wenigstens einen kleinen Hoffnungsschimmer für die von Hunger und Gewalt gezeichneten, dieser Hölle auf Erden nur knapp entronnenen Menschen leuchten lassen", fügte der SPD-Politiker hinzu.

Deutschland stellte einem Fonds der Vereinten Nationen im türkischen Gaziantep eine Soforthilfe in Höhe von fünf Millionen Euro zur Verfügung. Die Mittel sind Teil der deutschen humanitären Hilfen, die anlässlich der Evakuierung Ost-Aleppos geleistet werden.

Türkei bereitet sich auf Flüchtlinge vor

Unterdessen bemüht sich die Türkei, nahe der syrischen Grenze geflohene Menschen zu versorgen. Wie ARD-Korrespondent Michael Schramm berichtet, baut das Land drei Zeltstädte im Gebiet zwischen der syrischen Grenze und Aleppo. Bei einer Pressefahrt führte das türkische Presseamt Journalisten vor, wie man sich in den von türkischer Armee besetzten Gebieten Syriens auf die erwarteten Flüchtlinge vorbereitet, berichtete Schramm.

Türkei bereitet sich in Syrien auf Flüchtlinge aus Aleppo vor
tagesschau24 09:00 Uhr, 24.12.2016, Michael Schramm, ARD Istanbul

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"Tausende Menschen kommen nun hierher. Diese brauchen Essen und Trinken, sowie Schlafplätze. Die Türkei schöpft all ihre Möglichkeiten aus und hilft mit ihrer staatlichen und nicht-staatlichen Organisationen", sagte Bülent Yildirim von der Hilfsorganisation "IHH". Nach türkischen Angaben soll in der ersten Bauphase Wohnraum für etwa 20.000 Flüchtlinge entstehen. Insgesamt sollen 80.000 Menschen untergebracht werden.

USA verschärfen Sanktionen

Die USA verschärften ein weiteres Mal die Sanktionen gegen das syrische Regime: So untersagten sie jegliche Geschäftsbeziehung zu den syrischen Ministern für Finanzen, Öl, Telekommunikation, Information und Industrie sowie zum Zentralbankchef Syriens. Außerdem wurden die Strafmaßnahmen auf neun Manager der russischen Tempbank ausgeweitet. "Die täglichen Attacken der syrischen Regierung von Bashar al-Assad auf Zivilisten sind verwerflich", begründete US-Vizefinanzminister Adam Szubin die Ausweitung der Sanktionen.

Aus Moskau - enger Partner der syrischen Regierung - kamen als Reaktion äußerst scharfe Töne: Die amerikanische Regierung unter Präsident Barack Obama habe den Sinn für die Realität verloren, hieß es aus dem russischen Außenministerium. Russland und Syrien würden bestraft, obwohl die Welt nach dem Terroranschlag in Berlin und dem Mord am russischen Botschafter in der Türkei enger zusammenrücken sollte.

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 24. Dezember 2016 um 17:03 Uhr

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