Assad-Anhänger feiern Zurückeroberung Aleppos | Bildquelle: AFP

Krieg in Syrien Assad-Regime feiert Eroberung Aleppos

Stand: 22.12.2016 22:17 Uhr

Vier Jahre lang kämpften Armee und Rebellen um Aleppo - erstmals seit 2012 ist die Stadt nun wieder vollständig unter der Kontrolle des Assad-Regimes. Die Schlacht um Aleppo ist beendet - der Krieg in Syrien aber noch lange nicht vorbei.

Von Björn Blaschke, ARD-Studio Kairo

"Das Generalkommando der Armee verkündet die Wiederherstellung von Sicherheit und Stabilität in Aleppo nach der Befreiung der Stadt von Terrorismus und Terroristen und nachdem deren letzte Posten abgezogen sind." Diese Erklärung verbreiteten die Nachrichtenagentur Sana und das syrische Staatsfernsehen - während im Hintergrund Freudenschüsse zu hören waren.

Das syrische Militär feiert den Abzug der Rebellen aus der seit vier Jahren erbittert umkämpften Stadt Aleppo als "strategische Transformation" im Krieg gegen den Terrorismus. Wobei die Führung des Landes um Präsident Bashar al-Assad alle als Terroristen bezeichnet, die gegen sie kämpfen.

35.000 haben Aleppo laut UN verlassen

Assad selbst hat kurz vor der Erklärung des syrischen Militärs gesagt, die komplette Einnahme von Aleppo sei auch ein Schlag gegen die ausländischen Mächte, die gegen ihn und das syrische Volk kämpften, um ihre eigenen Interessen durchzusetzen.

Das Ende der Rebellion in Aleppo lieferte zuletzt dramatische Bilder. Kämpfer und deren Familien waren in dichtem Schneetreiben in Busse gestiegen. Sie wurden in andere von Rebellen kontrollierte Gebiete gebracht. Nach Angaben der Vereinten Nationen haben in der zurückliegenden Woche mindestens 35.000 Menschen Ost-Aleppo verlassen. Andere Beobachter sprechen von 27.000 Menschen.

Evakuierung von Ost-Aleppo beendet
tagesschau24 12:45 Uhr, 23.12.2016, Stefan Rychlak, ARD-aktuell

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Vergangenen Donnerstag hatten Kämpfer und Zivilisten begonnen, die Stadtteile, die von Regierungseinheiten belagert werden, zu verlassen. Immer wieder geriet die Aktion jedoch ins Stocken, weil es zu neuer Gewalt kam. Beide Seiten warfen der jeweils anderen vor, an der Verzögerung schuld zu sein.

Ein russisch-türkischer Kompromiss

Dass jetzt die letzten verbliebenen Kämpfer und ihre Familien weggefahren wurden, ist Teil eines Kompromisses zwischen Russland und der Türkei: Die Regierung in Moskau hatte ihre Verbündeten in der syrischen Führung davon überzeugt, den Kämpfern in Ost-Aleppo freies Geleit zu gewähren. Im Gegenzug überzeugte die Regierung in Ankara ihre Verbündeten unter den Rebellen vom Rückzug  - und davon, dass sie auch Menschen aus zwei von Rebellen belagerten Dörfern gehen lassen.

Mit dem Ende der Kämpfe in Aleppo ist der Bürgerkrieg in Syrien nicht zu Ende. Das Land ist weiter in Herrschaftsgebiete unterteilt - Gebiete der Regierung, der Kurden, diverser Rebellen und der Organisation, die sich "Islamischer Staat" nennt. Türkische Truppen und verbündete Milizen rücken in blutigen Kämpfen gegen den IS und gegen die Kurden vor. Und aus der Luft werden die IS-Extremisten von Kampfjets bombardiert, die zu einer von den USA geführten Koalition gehören. Die Schlacht um Aleppo mag jetzt endgültig vorüber sein; der Krieg in Syrien ist es nicht.

Syrien: Letzte Kämpfer aus Aleppo fort
B. Blaschke, ARD Kairo
22.12.2016 21:42 Uhr

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Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 22. Dezember 2016 um 01:00 Uhr.

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