Der Leiter der Regierungsdelegation, Bashar al Dshafari. | Bildquelle: REUTERS

Syrien-Verhandlungen in Genf Anschläge überschatten Gespräche

Stand: 25.02.2017 22:34 Uhr

Die Friedensgespräche für Syrien in Genf finden ohnehin in angespannter Atmosphäre statt. Nun überschatten schwere Anschläge in Homs die Verhandlungen. Der Chef der Regierungsdelegation, al Dschafari, rückte die Opposition in die Nähe von Terroristen.

Schwere Anschläge in der zentralsyrischen Stadt Homs überschatten die Friedensgespräche zwischen Regierung und Opposition in Genf. Die ohnehin angespannte Stimmung erreichte einen neuen Tiefpunkt.

Der Leiter der Regierungsdelegation, Bashar al Dshafari, rückte Mitglieder der Oppositionsdelegation in die Nähe von Terroristen: Er verlangte von den Oppositionsgruppen, den Anschlag zu verurteilen. Ansonsten würden sie sich mit solchen Aktionen gemein machen und seien als Terroristen zu betrachten. Die Oppositionsdelegation verurteilte in der Tat den Anschlag, warf der Regierung aber vor, diesen Zwischenfall als Vorwand zu nutzen, um die Verhandlungen zum Scheitern zu bringen.

Der UN-Syriengesandte Staffan de Mistura wertete die Attacken als Versuch, die Gespräche zu sabotieren. Dies sei immer zu erwarten. Die Konfliktparteien sollten es aber im Interesse einer Friedenslösung nicht zulassen, dass diese Versuche erfolgreich seien.

Dschihadistenmiliz bekannte sich zu Anschlag

Bei den Anschlägen in der syrischen Stadt Homs wurden nach Angaben der staatlichen Agentur Sana mindestens 32 Menschen getötet. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete von mindestens 42 Opfern. Die Beobachtungsstelle bezieht ihre Informationen von Aktivisten in Syrien, von unabhängiger Seite sind ihre Angaben kaum zu überprüfen.

Zu den Attacken bekannte sich die Dschihadistenmiliz Fateh al-Scham. Fünf Attentäter hätten die Gebäude der syrischen Staatssicherheit und des Militärdienstes in Homs attackiert, erklärte die ehemalige Al-Nusra-Front. Nach Berichten des Fernsehsenders Al-Ichbarija TV kam es zunächst zu Kämpfen mit Sicherheitsbeamten. Anschließend hätten mindestens zwei der Angreifer Sprengstoffgürtel gezündet. Der Gouverneur der Provinz Homs, Talal Barsani, sagte der Nachrichtenagentur AP, dass es insgesamt drei Explosionen gegeben habe.

Homs immer wieder von Anschlägen erschüttert

Homs ist die drittgrößte Stadt Syriens und Hauptstadt der gleichnamigen zentralen Provinz. Sie wurde lange von Rebellen kontrolliert, steht mittlerweile aber wieder unter der Kontrolle der Regierungstruppen. Homs wurde in den vergangenen Jahren immer wieder von Anschlägen erschüttert, zu denen sich meist die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) bekannte. Vor einem Jahr waren bei einem Doppelanschlag in Homs 64 Menschen getötet worden, die meisten davon Zivilisten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. Februar 2017 um 12:00 Uhr.

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