Ein syrischer Rebell in der Nähe von Duma | Bildquelle: REUTERS

Krieg in Syrien Rebellen stoppen Gespräche über Frieden

Stand: 03.01.2017 00:11 Uhr

Syrische Rebellengruppen haben die Vorbereitungen für Friedensverhandlungen gestoppt. Dies sei eine Reaktion auf "anhaltende Verstöße" der Regierungstruppen gegen die Waffenruhe, hieß es in einer Erklärung. Eigentlich sind für Ende Januar Gespräche geplant.

Die syrischen Rebellen legen die Vorbereitungen der geplanten Friedensgespräche mit der Regierung auf Eis. In einer gemeinsamen Erklärung begründeten mehrere Rebellengruppen den Schritt mit "anhaltenden Verstößen" der Regierungstruppen gegen die seit vier Tagen geltende Waffenruhe.

Deswegen würden "alle Gespräche in Bezug auf die Verhandlungen von Astana eingefroren", hieß es in der Erklärung. Bislang war vorgesehen, dass sich Regierung und Rebellen Ende Januar zu Friedensgesprächen in Kasachstans Hauptstadt Astana treffen. Als Vermittler treten dabei Russland und die Türkei auf. Die Waffenruhe war von diesen beiden Ländern ausgehandelt worden und in der Nacht zum Freitag in Kraft getreten.

Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (Syrian Observatory for Human Rights, SOHR) sitzt in Großbritannien und will Menschenrechtsverletzungen in Syrien dokumentieren. Die Informationen der Beobachtungsstelle lassen sich nicht unabhängig überprüfen.  

Offenbar weiter Kämpfe

Trotzdem gab es in einigen Landesteilen weitere Kämpfe, insbesondere in der strategisch wichtigen Region Wadi Barada nahe Damaskus. Dort flogen syrische Regierungstruppen auch am Montag Angriffe gegen Rebellen, wie die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte.

Angesichts des Vorgehens der Regierungstruppen hatten zuvor bereits die in Wadi Barada kämpfenden Rebellen der Freien Syrischen Armee vor einem Zusammenbruch der Waffenruhe gewarnt. In einer Erklärung hatten sie Russland und die Türkei aufgerufen, die syrische Regierung von weiteren Verletzungen der Vereinbarung abzuhalten. Andernfalls werde die Waffenruhe aufgekündigt.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 02. Januar 2017 um 23:15 Uhr.

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