Syriens Präsident Assad | Bildquelle: dpa

Gutachten zu Angriff im März 2015 UN werfen Assad Giftgaseinsatz vor

Stand: 22.10.2016 06:49 Uhr

Die Vereinten Nationen haben Syriens Präsident Assad einen weiteren Chemiewaffenangriff vorgeworfen. Die syrische Armee habe das Dorf Kmenas in der Provinz Idleb im März 2015 vermutlich mit Chlorgas angegriffen, hieß es in einem Bericht. Es gebe "genügend Beweise" für die Verantwortung des Militärs.

Ein UN-Gutachterteam hat die syrische Regierung als Urheber einer dritten Chemiewaffenattacke im Bürgerkrieg benannt. Es gebe "genügend Beweise" dafür, dass syrische Truppen am 16. März 2015 eine "giftige Substanz" - vermutlich Chlor - auf den Ort Kmenas abgeworfen hätten, hieß es in einem Bericht, den die Vereinten Nationen und die Organisation für das Verbot chemischer Waffen erstellt und nun dem UN-Sicherheitsrat übermittelt haben.

Alles weise darauf hin, dass ein syrischer Armeehubschrauber über Kmenas einen Behälter abgeworfen habe, der beim Auftreffen auf den Boden eine giftige Substanz freigesetzt habe, erklärten die Ermittler. Gemäß den Symptomen der Opfer habe es sich vermutlich um Chlorgas gehandelt.

Verantwortung für zwei Angriffe ungeklärt

Im vorangegangenen Bericht vom August war dem syrischen Militär schon einmal der Einsatz von Chlorgas bei zwei anderen Einsätzen 2014 und 2015 in der Provinz Idlib vorgeworfen worden. Gleichzeitig machten die Experten die Terrormiliz "Islamischer Staat" für einen Angriff mit Senfgas in der nördlichen Region von Aleppo verantwortlich. Damals sprachen die Ermittler zudem von drei weiteren Chemiewaffenattacken, die auf eine Urheberschaft der syrischen Regierung hindeuteten. In Fall des Ortes Kmenas wurde nun die Assad-Führung als mutmaßlicher Schuldiger ausdrücklich genannt. Bei den zwei anderen Fällen, zwei Angriffen in derselben Provinz im April 2014 und im März 2015, gebe es noch keine Beweise, die zweifelsfrei auf den Verantwortlichen hindeuteten. Beim Angriff auf den Ort Kfar Zita ist dies aus Sicht der Ermittler nicht möglich, da die dabei eingesetzten Gasbehälter "entfernt worden" seien.

Experten weisen Assad weiteren Chlorgaseinsatz nach
C. Kühntopp, ARD Kairo
22.10.2016 10:28 Uhr

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