UN-Sondervermittler Staffan de Mistura | Bildquelle: dpa

Feuerpause hält weitgehend UN sehen Fortschritte in Syrien

Stand: 03.03.2016 17:43 Uhr

Der UN-Sondergesandte für Syrien, de Mistura, sieht Fortschritte bei der Umsetzung der Feuerpause. Auch wenn es in einzelnen Orten zu Gefechten komme, werde sie "im allgemeinen" eingehalten. Amnesty International berichtet von Angriffen auf Krankenhäuser.

Der UN-Sondergesandte für Syrien, Staffan de Mistura, sieht Fortschritte bei der Umsetzung der vereinbarten Feuerpause. Der Erfolg der Feuerpause sei "nicht garantiert", es seien aber "Fortschritte sichtbar", sagte er in Genf nach einem Treffen der Arbeitsgruppe für humanitäre Hilfe, die die internationale Syrien-Kontaktgruppe eingesetzt hatte. Die Gewalt sei "deutlich reduziert" worden. Die Feuerpause werde "im allgemeinen" eingehalten. Am Wochenende hatten Russland und Oppositionelle Verstöße gegen die Vereinbarung gemeldet.

Dennoch gebe es Gebiete, an denen die Kämpfe fortdauerten, darunter die Regionen von Hama, Homs, Lattakia und Damaskus, ergänzte de Mistura. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte kamen in den vergangenen fünf Tagen in den Regionen, die als Waffenruhegebiete gelten, 24 Zivilisten ums Leben. Diese Angaben können nicht unabhängig überprüft werden.

Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (Syrian Observatory for Human Rights, SOHR) sitzt in Großbritannien und will Menschenrechtsverletzungen in Syrien dokumentieren. Die Informationen der Beobachtungsstelle lassen sich nicht unabhängig überprüfen.  

Schnellere Hilfe für Notleidende

Die Feuerpause erleichtert auch die humanitäre Hilfe. Viele Notleidende in belagerten Städten könnten nun mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgt werden, sagte UN-Nothilfe-Experte Jan Egeland. Darunter sei auch ein Ort, der seit eineinhalb Jahren keine Hilfslieferungen mehr bekommen habe. In den vergangenen drei Wochen hätten 235 Lastwagen 115. 000 Menschen mit Gütern versorgt. Früher habe eine Genehmigung für Transporte oft Monate gedauert. Das solle beschleunigt werden. Gemeinsam mit der Waffenruhe könne das "die bahnbrechende Wende sein, auf die wir schon lange gewartet haben", so Egeland.

AI: Angriff auf Krankenhäuser

Aleppo | Bildquelle: AFP
galerie

In Aleppo soll es mindestens sechs Angriffe auf Krankenhäuser gegeben haben.

Schwere Vorwürfe erhebt die Menschenrechtsorganisation Amnesty International: Syrische und russische Truppen sollen bewusst Krankenhäuser angegriffen haben. Es gebe "zwingende Beweise" für mindestens sechs vorsätzliche Attacken auf medizinische Einrichtungen im Regierungsbezirk Aleppo in den vergangenen zwölf Wochen. Diese hätten zum Ziel gehabt, den Vormarsch regierungstreuer Truppen im Norden Aleppos zu erleichtern. Dabei seien mindestens drei Zivilisten getötet worden, darunter ein Mediziner. 44 Menschen seien verletzt worden.

Wiederaufnahme der Friedensgespräche

Am Freitag will der französische Außenminister Jean-Marc Ayrault mit seinen britischen und deutschen Kollegen in Paris die Lage in Syrien sprechen. Vor dem Treffen mit Philip Hammond und Frank-Walter Steinmeier empfängt er den saudi-arabischen Außenminister Adel al-Dschubeir, dessen Land syrische Oppositionsgruppen unterstützt. Die Friedensgespräche für Syrien mit Vertretern der Regierung und ihrer Gegner sollen am Mittwoch wieder aufgenommen werden. Bisherige Pläne für einen Weg aus dem Konflikt in Syrien sehen eine Übergangsregierung, die Erarbeitung einer neuen Verfassung und Neuwahlen vor.

Neuer Stromausfall in Syrien

Wie das syrische Staatsfernsehen unterdessen berichtete, fiel in ganz Syrien heute über Stunden der Strom aus. Die Ursache der Störung ist bislang unbekannt, wie die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana unter Berufung auf einen Mitarbeiter des Energieministeriums meldete. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte die Stromausfälle. Seit Jahren komme aus verschiedenen Gründen immer wieder zu Stromausfällen. In einigen Gegenden gebe es seit Monaten oder sogar Jahren keinen Strom.

Waffenruhe in Syrien hält an
H.-J. Maurus, ARD Zürich
04.03.2016 06:55 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 03. März 2016 um 15:00 Uhr.

Darstellung: