Vergleich Syrien bei Nacht 2011 und 2015 | Bildquelle: Xi Li/Wuhan University

Vier Jahre Krieg in Syrien Ein Land im Dunkeln

Stand: 12.03.2015 13:31 Uhr

Seit vier Jahren herrscht Krieg in Syrien. Chinesische Wissenschaftler haben Satellitenbilder der letzten Jahre ausgewertet. Sie zeigen das Ausmaß der Zerstörung: ein Land, das nachts inzwischen nahezu im Dunkeln liegt.

Im März 2011 begann in Syrien der Aufstand gegen das Regime von Präsident Baschar Assad. Seitdem hat der Bürgerkrieg rund 220.000 Menschen das Leben gekostet, Millionen sind auf der Flucht. Ein Ende des Konflikts ist nicht in Sicht.

Ein Zusammenschluss von Hilfs- und Menschenrechtsorganisationen und Wissenschaftler der Wuhan Universität in China präsentierten nun Ergebnisse einer Auswertung von Satellitenbildern von Syrien. Die neuesten Aufnahmen zeigen, dass das Land nachts mittlerweile nahezu im Dunkeln liegt.

Demnach sank die Zahl der sichtbaren Lichter seit März 2011 um durchschnittlich 83 Prozent. "Die Lichter sind aus verschiedenen Gründen erloschen: Menschen haben ihre Häuser und millionenfach auch ihr Land verlassen, Gebäude wurden zerstört, die Strominfrastruktur beschädigt. Die Dunkelheit auf den Bildern zeigt es deutlich: Seit nunmehr vier Jahren herrscht in Syrien eine humanitäre Katastrophe, deren Ausmaß inzwischen kaum mehr mit Worten zu beschreiben ist", erklärt Karl-Otto Zentel, Generalsekretär der Hilfsorganisation CARE.

Karte: Syrien
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Besonders verheerend ist die Lage in der einstigen Wirtschaftsmetropole Aleppo, wo die Zahl der sichtbaren Lichter um 97 Prozent zurückging. Die Hauptstadtprovinz Damaskus war mit 35 Prozent Rückgang noch vergleichsweise gut aufgestellt.

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