Ein Mann zwischen Trümmern in der belagerten Stadt Duma in Ost-Ghouta, Syrien | Bildquelle: REUTERS

Chemiewaffen Ermittlungen in Syrien gehen weiter

Stand: 14.04.2018 23:23 Uhr

Die NATO hat den Angriff auf das syrische Chemiewaffenprogramm begrüßt. Der Einsatz von chemischen Waffen sei barbarisch. Eine US-Regierungsvertreterin vermutet, dass in Duma auch Sarin eingesetzt wurde.

Die NATO steht geschlossen hinter den Angriffen in Syrien. Dies sagte Generalsekretär Jens Stoltenberg nach einer Sondersitzung des Nordatlantikrats in Brüssel. Sämtliche NATO-Staaten hätten dabei ihre volle Unterstützung zum Ausdruck gebracht. Der Einsatz von Chemiewaffen sei verboten, barbarisch und dürfe nicht ungestraft bleiben.

Die USA, Frankreich und Großbritannien hatten zuvor als Vergeltung für einen mutmaßlichen Giftgaseinsatz Ziele in Syrien angegriffen. Sie reagierten damit auf den vermuteten Einsatz chemischer Waffen in der Stadt Duma, für den der Westen die syrische Regierung unter Präsident Baschar al-Assad verantwortlich macht.

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg spricht in einer Sondersitzung des Nordatlantikrats. | Bildquelle: JULIEN WARNAND/EPA-EFE/REX/Shutt
galerie

NATO-Generalsekretär Stoltenberg: Der Einsatz von Chemiewaffen dürfe nicht ungestraft bleiben, fordert er.

Wurde Sarin eingesetzt?

Experten der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) ermitteln seit Samstag in Syrien. Stoltenberg weist allerdings darauf hin, dass die Experten nur feststellen könnten, dass Chemiewaffen eingesetzt worden seien, nicht aber, wer dahinter stecke.

Die USA haben nach eigenen Angaben Hinweise darauf, dass bei dem mutmaßlichen Chemiewaffenangriff in Syrien auch das Nervengas Sarin eingesetzt wurde. Es gebe "bedeutsame Informationen", dass in der Stadt Duma neben Chlorgas auch Sarin verwendet wurde, sagte eine US-Regierungsvertreterin in Washington.

Syrische Armee: "Ost-Ghouta ist befreit"

Die US-Regierungsvertreterin bezieht sich in ihrer Einschätzung auf Medien, Nichtregierungsorganisationen und andere Quellen, die Symptome der Opfer beschrieben haben. Bei den Betroffenen hätten sich die Pupillen verengt, die Menschen hätten unter Krämpfen gelitten, es sei zu Störungen des zentralen Nervensystems gekommen. "Diese Symptome kommen nicht von Chlorgas."

Duma wurde zu dem Zeitpunkt von islamistischen Aufständischen beherrscht. Inzwischen hat dort Russland, Verbündeter und Schutzmacht Assads, die Kontrolle übernommen. Die syrische Armee hat nach eigenen Angaben inzwischen Ost-Ghouta "vollständig befreit".

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. April 2018 um 00:00 Uhr in den Nachrichten.

Darstellung: