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Hintergrund Was sind SWIFT und das SWIFT-Abkommen?

Stand: 23.10.2013 17:04 Uhr

"SWIFT" steht auf jedem üblichen Überweisungsvordruck, doch kaum jemand weiß, was sich dahinter verbirgt. Ähnliches gilt für das SWIFT-Abkommen. Es betrifft praktisch jeden EU-Bürger. Aber was regelt es eigentlich? tagesschau.de gibt einen schnellen Überblick.

SWIFT

Die Abkürzung steht für "Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication". Der 1973 gegründete Verband sorgt dafür, dass Mitgliedsbanken rund um den Globus Geschäfte über ein einheitliches Telekommunikationsnetz, das SWIFT-Netz, machen können. Dazu zählen beispielsweise Überweisungen an ein ausländisches Institut.

Einfahrt zur SWIFT-Zentrale in Belgien | Bildquelle: picture alliance / dpa
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Einfahrt zur SWIFT-Zentrale in Belgien

An das SWIFT-Netz sind mehr als 10.000 Finanzinstitute in 212 Ländern angeschlossen. Sie tätigen jeden Tag mehrere Millionen Geschäfte. Dabei werde die Vertraulichkeit der geheimen Daten gewahrt, wirbt der Banken-Dienstleister. Er gehört seinen Nutzern und hat seinen Hauptsitz im belgischen La Hulpe südöstlich von Brüssel.

Bis 2009 stand ein wichtiger SWIFT-Server in den USA, was den dortigen Behörden einen relativ einfachen Zugriff auf Daten ermöglichte. Zum Jahreswechsel 2010 wurden die wichtigen SWIFT-Server nach Europa verlagert.

SWIFT-Abkommen

Das sogenannte SWIFT-Abkommen ist ein Vertrag zwischen den USA und der Europäischen Union, das im August 2010 nach langem Streit in Kraft getreten ist. Es schuf die Rechtsgrundlage dafür, dass US-Fahnder im Falle eines Terror-Verdachts Informationen über Überweisungen von Europäern ins nicht-europäische Ausland abfragen können.

Übermittelt werden können die Namen von Auftraggebern und Empfängern einer Überweisung, die Kontonummern, Anschriften und nationalen Kenn-Nummern. Auch die Europäische Union kann auf diesem Wege Bankdaten in den USA anfordern.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 23. Oktober 2013 um 20:00 Uhr.

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