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Myanmars Oppositionsführerin geehrt

Suu Kyi erhält Ehrenmedaille des US-Kongresses

Die USA haben die Oppositionsführerin aus Myanmar (dem früheren Birma), Aung San Suu Kyi, mit der höchsten zivilen Auszeichnung des Landes geehrt. Sie erhielt die Goldene Ehrenmedaille des US-Kongresses für ihren friedlichen Kampf gegen die Militärherrschaft in ihrer Heimat. Überreicht wurde sie vom Chef des Repräsentantenhauses, John Boehner.

Die Ehrung war der Friedensnobelpreisträgerin bereits 2008 zugesprochen worden, als sie noch unter Hausarrest stand. Nun, während ihrer 17-tägigen Reise durch die USA, konnte Suu Kyi die Auszeichnung schließlich persönlich entgegennehmen.

Die 67-jährige Politikerin zeigte sich gerührt und sagte während der Zeremonie im Washingtoner Kapitol, es sei "einer der bewegendsten Tage meines Lebens". Sie bedankte sich bei den US-Parlamentariern für deren andauernde Unterstützung. "Danke dafür, dass Sie uns in all den dunklen Jahren, in denen Freiheit und Gerechtigkeit unerreichbar schienen, in Ihren Herzen und Gedanken behalten haben."

Suu Kyi
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Glückwünsche und Applaus für Aung San Suu Kyi

US-Außenministerin Hillary Clinton, zahlreiche Abgeordnete sowie die Führer von Repräsentantenhaus und Senat würdigten die Verdienste Suu Kyis. "Es ist einfach zu schön, um wahr zu sein, meine Freundin, dass du nun in der Rotunde unseres Kapitols bist, dem Herzstück unserer Demokratie", sagte Clinton.

Auszeichnung für Aung San Suu Kyi im US-Kongress
R. Büllmann, ARD Washington
20.09.2012 04:56 Uhr

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Entspanntes Treffen mit US-Präsident Obama

Nach der feierlichen Verleihung kam Suu Kyi zu einem privaten Gespräch mit US-Präsident Barack Obama im Weißen Haus zusammen.

Obama brachte seine "Bewunderung für ihren Mut, ihre Entschlossenheit und ihre persönlichen Opfer", die sie bei ihrem Einsatz für Demokratie bringen musste, zum Ausdruck, wie das Weiße Haus mitteilte. Er versicherte, dass sich die USA auch in Zukunft für politische und wirtschaftliche Reformen sowie für den Schutz der Bürgerrechte in Myanmar einsetzen wollten.

Suu Kyi im Gespräch mit US-Präsident Obama
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Ein privates Gespräch im Büro des Präsidenten.

Suu Kyis Partei Nationale Liga für Demokratie hatte im Jahr 1990 die Parlamentswahl gewonnen, die Militärjunta hinderte sie damals jedoch an der Regierungsübernahme. Anschließend verbrachte die charismatische Politikerin insgesamt etwa 15 Jahre in Haft oder unter Hausarrest. Im Westen wurde sie zu einer Ikone der Demokratiebewegung.

Seit dem Frühjahr 2011 ist in Myanmar eine formal zivile Regierung unter dem früheren General Thein Sein an der Macht. Diese leitete eine Reihe von Reformen ein und öffnete das Land politisch und wirtschaftlich. Politische Gefangene wurden freigelassen, Suu Kyi inzwischen ins Parlament gewählt.

Seither lockerten die USA die wirtschaftlichen und politischen Sanktionen. Erst gestern strichen sie Thein Sein von der Sanktionsliste. Thein Sein will in Kürze in die USA reisen, um in New York an der Generaldebatte der UN-Vollversammlung teilzunehmen.

Hintergrund

Das südostasiatische Land wird unterschiedlich benannt. In Deutschland war bis Ende der 1980er-Jahre durchgehend die Bezeichnung Birma üblich, im Englischen hieß es Burma. 1989 beschloss die Militärjunta eine Namensänderung: Seither lautete der offizielle Name Union Myanmar. Im Oktober 2010 wurde der Name noch ein weiteres Mal geändert. Das Land heißt jetzt offiziell Republik der Union von Myanmar.

Das Auswärtige Amt in Berlin verwendet den Namen Myanmar. Die Tagesschau und tagesschau.de verwenden inzwischen ebenfalls diesen Namen.

Angst vor Rücknahme der Reformen

Nun erwägt die US-Regierung auch das Verbot von Importen aus Myanmar aufzuheben. Das wäre ein Schritt, den Suu Kyi begrüßen würde.

Doch es kommt auch Widerspruch von einigen ihrer Unterstützer. Sie fürchten, Washington könne dadurch ein Druckmittel gegen Myanmar verlieren. Denn die ersten Reformschritte im Land könnten zurückgenommen werden, zudem sei die Menschenrechtslage noch immer kritisch.

Stand: 20.09.2012 05:18 Uhr

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