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Super Bowl in den USA

Bruderduell, Ost gegen West, Elite gegen Proletariat

Vor 18 Jahren haben die San Francisco 49ers zum letzten Mal den Super Bowl gewonnen. Heute könnte es wieder soweit sein. Gegen die Baltimore Ravens gehen die 49ers als Favorit ins Match. Das Spiel gilt als Kampf zwischen Ost gegen West, Elite gegen Proletariat und als Duell der Trainer-Brüder.

Von Ralph Sina, WDR-Hörfunkstudio Washington

Superstar Beyonce
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Beyonce wird die Nationalhymne singen - live, versichert sie.

Die Nationalhymne wird sie nicht vortragen. Und schon gar nicht Playback wie bei der Vereidigung von Barack Obama. "Ich werde diesmal live singen - absolut live." Sie habe geübt - und sie sei "die geborene Live-Sängerin". Megastar Beyonce will der Welt in der Halbzeitpause von Amerikas Mega-Sportereignis Super Bowl zeigen, was stimmlich in ihr steckt. Ängstlich fiebert sie der Nacht der Nächte entgegen. "Als ich jetzt nach New Orleans fuhr, bekam ich eine Gänsehaut, als ich den Superdome sah. Da steckt so viel Geschichte drin."

Der Superdome von New Orleans am Mississippi ist zum Symbol der Katrina-Katastrophe und des völligen Versagens der Bush-Regierung geworden. Es ist der Ort, wo 2005 Zehntausende Menschen vor den mörderischen Wassermassen des Hurrikan Katrina Zuflucht suchten. In dieser weltberühmten Sportarena mit dem Kuppeldach treten jetzt Amerikas West -und Ostküste zur Entscheidungsschlacht an. Die San Francisco 49ers gegen die Baltimore Ravens.

Außenseiter aus der Hafenmetropole

Es sind zwei ungleiche Rivalen: Der Favorit aus der weltberühmten Kalifornien-Metropole mit der Golden Gate Bridge - dagegen der Underdog aus der gefährlichen Hafenmetropole Baltimore. Baltimore oder San Francisco, die Ravens oder die 49er? Beyonce will sich nicht festlegen, wer die besseren Karten habe, sie sage nichts dazu. Auch wenn die Experten der Wettbüros, die meisten US-Sportjournalisten und selbst John Kerry, ein typischer Vertreter der Ostküstenelite und zukünftiger US-Außenminister den fünffachen Finalgewinner aus San Francisco bereits als Sieger sehen.

Fahnen der Baltimore Ravens und der San Fransisco 49ers in New Orleans
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Fahnen der Baltimore Ravens und der San Fransisco 49ers wehen über den Straßen von New Orleans.

Fans der Baltimore Ravens
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Die Fans der Baltimore Ravens hoffen auf eine Sensation im Finale gegen die 49ers.

Die "Neuner", wie San Franciscos Bürgermeister seine Football-Truppe kurz und bündig nennt, "die schaffen es ja nicht so häufig ins Finale - aber wenn, dann werden sie auch gewinnen". In vorgezogener Siegeslaune lädt der Bürgermeister seine Baltimore-Kollegin schon mal nach San Francisco ein.

Da ringt Baltimores Bürgermeisterin hörbar nach Luft. Marylands größte Stadt ist an diesem Wochenende komplett der Farbe Lila verfallen, der Vereinsfarbe der Baltimore Ravens. Baltimores Wolkenkratzer sind lila illuminiert. Viele Bewohner tragen lila gefärbte Perücken und lila Brillen. "Wir werden es der Kalifornien-Schickeria zeigen", hat sich die Malocherstadt geschworen.

Duell der Brüder

Ost gegen West, Elite gegen Proletariat - im wieder aufgebauten Superdome von New Orleans ist viel Symbolik mit im Spiel bei der Begegnung der offensivstarken 49er aus San Francisco und den Defensivmeistern der Baltimore Ravens. Die Teams werden von den Brüdern John und Jim Harbaugh trainiert.

Die Trainer John Harbaugh (Ravens) und Jim Harbaugh (49ers)
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Das Finale als Duell der Brüder: Der Super Bowl wurde bereits zum "HarBowl" erklärt, denn die Trainer John Harbaugh (Ravens) und Jim Harbaugh (49ers) treffen aufeinander.

Von einem Kain- und Abel-Kampf um Sein oder Nicht-Sein fantasieren bereits US-Medien. "Wenn dein eigener Bruder John nach einer Niederlage seiner Baltimore-Ravens rausfliegt, würdest du ihn dann als deinen Co-Trainer bei San Francisco verpflichten?", wollten US-Journalisten von Jim Harbaugh wissen. "Ja klar", sagte Jim Harbaugh, er würde ihn verpflichten. "Und im Fall meines Rauswurfs würde ich auch für ihn arbeiten", lautete die brüderliche und politisch hochkorrekte Antwort.

Politisch weniger korrekt hingegen kommt der Werbeclip eines deutschen Autobauers daher. In dem 7,8 Millionen Dollar teuren 60-Sekunden-Clip fällt ein weißer Protagonist aus Minnesota durch seinen breiten Jamaika-Akzent aus der Rolle. Fünf Millionen Klicks konnte der vorab auf YouTube eingestellte Clip bereits vor dem Superbowl-Finale verbuchen - und gehört damit bereits jetzt zum Gewinner des Kampfes um das lederne Ei.

Amerikas Mega-Ereignis Super Bowl
R. Sina, WDR Washington
03.02.2013 10:20 Uhr

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Dieser Beitrag lief am 2. Februar 2013 um 08:25 Uhr im Deutschlandfunk.

Stand: 03.02.2013 09:58 Uhr

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