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In Afrika gibt es einen neuen Staat: Der Südsudan hat sich offiziell vom Norden des Landes abgespalten und seine Unabhängigkeit erklärt. Unter dem Jubel Zehntausender wurde die südsudanesische Flagge gehisst, der neue Präsident Kiir legte den Amtseid ab. Das junge Land mit seinen acht Millionen Einwohnern steht nun vor großen Herausforderungen.
Von Bettina Marx, ARD Hörfunkstudio Kairo
Der Jubel wollte nicht enden, als der Sprecher des südsudanesischen Parlaments, James Wani Igga, in der neuen Hauptstadt Juba die Unabhängigkeitserklärung verlas. "Wir, die demokratisch gewählten Vertreter des Volkes, erklären hiermit den Südsudan zu einem unabhängigen und souveränen Staat." Der neue Staat trage den Namen Republik Südsudan, fügte Igga hinzu.
Danach wurde die Fahne des Sudan eingeholt und die farbenfrohe südsudanesische Nationalflagge gehisst. Tausende Gäste, die zu der offiziellen Feier zusammengeströmt waren, rissen die Arme in die Höhe, tanzten und schwenkten Fahnen. Manche lagen sich weinend in den Armen.

Kurz darauf legte der bisherige Vizepräsident des Sudan, Salva Kiir, wie immer mit schwarzem Cowboyhut auf dem Kopf, den Amtseid als Präsident des neuen Staates ab. "Ich, General Salva Kiir, schwöre beim allmächtigen Gott, dass ich als Präsident der Republik Südsudan treu dienen werde. Ich schwöre, dass ich eifrig und ehrlich meine Pflichten erfüllen und meine Verantwortung übernehmen werde zum Wohle der Entwicklung und des Wohlergehens des Volkes des Südsudan. Ich werde die Verfassung wahren und verteidigen und das Gesetz einhalten, ich werde die Einheit des südsudanesischen Volkes schützen und fördern, das demokratische Regierungssystem konsolidieren und die Einheit und Würde des Volkes von Südsudan wahren, so wahr mir Gott helfe."
Die Unabhängigkeitsfeiern hatten um Mitternacht mit Gottesdiensten und einem Feuerwerk, mit Tänzen und Autorkorsos in den Straßen der Hauptstadt begonnen. Am Morgen versammelten sich dann Zehntausende, um der offiziellen Zeremonie beizuwohnen.
[Bildunterschrift: UN-Generalsekretär Ban wird auf dem Flughafen von Juba begrüßt. ]
Auch zahlreiche Gäste aus dem Ausland waren gekommen, darunter Omar al-Bashir, der bis Mitternacht noch Präsident des gesamten Sudan war und nun nur noch für den Norden zuständig ist. Gegen ihn liegt ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs vor. Ihm werden in Zusammenhang mit dem Konflikt in Darfur Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen vorgeworfen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon lobte ihn dennoch für seine Bereitschaft zur friedlichen Teilung des Landes. "Präsident Salva Kiir, Präsident Omar al Bashir: Ich lobe Sie beide, dass Sie soweit gekommen sind. Sie beide haben schwierige Entscheidungen und Kompromisse getroffen. Dass Sie heute beide hier sind, belegt Ihre Verpflichtung auf Frieden und Partnerschaft."
[Bildunterschrift: Noch sind viele Menschen - wie diese Flüchtlinge aus dem Norden - auf Lebensmittelshilfe angewiesen. ]
Bashir, der noch vor wenigen Monaten Truppen in die umstrittene Grenzregion Abiyei entsandt hatte, sagte dem Nachbarland seine Unterstützung zu. Die wird das junge Land mit seinen acht Millionen Einwohnern auch benötigen. Denn der Südsudan verfügt zwar über große Erdölvorkommen, für Raffinerie und Export ist er aber auf den weiter entwickelten Norden angewiesen. Im Süden gibt es kaum Infrastruktur, die Arbeitslosigkeit ist extrem hoch, Gesundheitsversorgung und Bildung sind nur rudimentär vorhanden. Vor allem aber leidet der Sudan unter Armut und Hunger. Nach Angaben der Welthungerhilfe sind 40 Prozent der Kinder unterernährt.
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