Frauen und Kinder warten im Südsudan vor einer Essensausgabe der Vereinten Nationen. | Bildquelle: REUTERS

Hunger und Krieg Südsudanesen fliehen zu Zehntausenden

Stand: 27.02.2017 08:24 Uhr

Mit einem solchen Ausmaß an Verzweiflung hatten selbst die UN nicht gerechnet: Mehr als 30.000 Südsudanesen sind seit Jahresbeginn ins Nachbarland Sudan geflohen. Seit Jahren tobt in dem Land ein Bürgerkrieg, nun ist auch noch eine Hungersnot hinzugekommen.

Bürgerkrieg und Hunger treiben immer mehr Menschen aus Südsudan zur Flucht ins Ausland. Allein seit Jahresbeginn seien 32.000 Südsudanesen im Nachbarland Sudan angekommen, teilte das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR mit. Dies seien weit mehr als erwartet - ursprünglich sei mit 60.000 südsudanesischen Flüchtlingen im Sudan im gesamten Jahresverlauf 2017 gerechnet worden. Nun würden Zehntausende weitere Flüchtlinge erwartet.

Fast nur Kinder und Frauen

Viele der Ankommenden sind den Angaben zufolge fünf bis sieben Tage zu Fuß unterwegs gewesen, 90 Prozent von ihnen seien Frauen und Kinder. "Viele treffen erschöpft und in schlechter Gesundheit ein, oftmals sind sie kritisch unterernährt", erklärte das UNHCR weiter. Das Hilfswerk bat um Finanzhilfen von 158 Millionen Euro für die Geflohenen. Von dieser Summe hätten bislang nur fünf Prozent aufgebracht werden können.

Der Südsudan war erst 2011 unabhängig geworden. Aber schon im Dezember 2013 eskalierte ein lange schwelender Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir und seinem damaligen Stellvertreter Riek Machar zu einem Bürgerkrieg, der mit großer Grausamkeit ausgetragen wird. Nach Einschätzung von Hilfsorganisationen droht dem Land eine ernste Hungersnot.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandradio Kultur am 26. Februar 2017 um 12:19 Uhr.

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