Soldaten der Sudanesischen Volksbefreiungsarmee (SPLA) | Bildquelle: REUTERS

Konflikt im Südsudan USA ziehen Daumenschrauben an

Stand: 19.08.2015 13:59 Uhr

Erst einigen sie sich auf einen Friedensplan für den Südsudan - doch dann will die Regierung des afrikanischen Landes plötzlich nichts mehr davon wissen. Den USA geht das Hin und Her nun zu weit - sie setzen sich bei den Vereinten Nationen für neue Sanktionen gegen das Land ein.

Angesichts der festgefahrenen Friedensbemühungen für den Südsudan haben die USA mit neuen Sanktionen gegen das Land gedroht. UN-Strafmaßnahmen sollen greifen, wenn die Regierung nicht binnen 15 Tagen einen Friedenspakt unterzeichne und alle Konfliktparteien einen sofortigen Waffenstillstand umsetzten, sagte die Nationale Sicherheitsberaterin im Weißen Haus, Susan Rice.

Südsudans Präsident Kiir bei Verhandlungen in Tansania | Bildquelle: AFP
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Lehnte die Unterzeichnung einer Einigung ab, der südsudanesische Präsident Salva Kiir.

Sie griff vor allem den südsudanesischen Präsidenten Salva Kiir an, der am Vortag anders als Rebellenführer Riek Machar eine Unterzeichnung einer Einigung abgelehnt hatte. Damit habe der Staatschef einmal mehr die Chance für Frieden verschleudert, sagte Rice. "Die USA missbilligen diesen Mangel an Führungskraft." Daher habe Washington nun Konsultationen bei den Vereinten Nationen in die Wege geleitet, um jene zu bestrafen, die den Friedensprozess untergrüben.

Nachdem die Konfliktparteien vor einigen Tagen ein Friedensabkommen beschlossen hatten, erklärte die südsudanesische Regierung die Einigung einen Tag später wieder für nichtig. Heute kam es in mehreren Landesteilen auch wieder zu Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen. Ein Militärsprecher erklärte, es gebe Gefechte in Manyo County im Bundesstaat Upper Nile. Sie ereigneten sich nahe der Grenze zum Sudan. Rebellenkämpfer versuchten demnach, Gebiete unter Kontrolle der Regierungskräfte einzunehmen. Wie der Militärsprecher sagte, gab es am Dienstag zudem Kämpfe im Bundesstaat Eastern Equatoria. Die Gefechte fanden demnach in einer Gegend statt, in der es zuvor keine derartigen Auseinandersetzungen gegeben hatte, was nahelegt, dass die Rebellen eine neue Front eröffneten.

Rebellen und Regierung hatten seit dem Ausbruch der Gewalt Ende 2013 bereits mehrmals Friedensabkommen geschlossen, die jedoch nie eingehalten wurden. Die fortwährende Gewalt hat bereits zwei Millionen Menschen vertrieben. Zehntausende ließen während des Konflikts ihr Leben.

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