Salva Kiir (M), Präsident des Südsudan, kommt nach Friedensgesprächen mit dem Rebellenführer Machar in Addis Abeba am Flughafen in Juba an. | Bildquelle: dpa

Konflikt im Südsudan Gegner unterzeichnen Waffenstillstand

Stand: 27.06.2018 17:58 Uhr

Die Konfliktparteien im südsudanesischen Bürgerkrieg haben einen Waffenstillstand unterzeichnet. Die Vereinbarung von Präsident Kiir und Rebellenführer Machar soll am Samstag in Kraft treten.

Im Bürgerkrieg im Südsudan haben sich Präsident Salva Kiir und Rebellenführer Riek Machar auf einen Waffenstillstand geeinigt. Dieser solle am Samstag in Kraft treten, teilte Sudans Außenminister Al-Dirdiri Mohamed Ahmed in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba mit, wo die Verhandlungen seit vergangener Woche geführt wurden.

Die Widersacher in dem knapp seit fünf Jahre dauernden Bürgerkrieg unterschrieben das Abkommen in der sudanesischen Hauptstadt Khartum. "Ich werde euch, die Menschen von Südsudan, nicht enttäuschen", sagte Staatschef Kiir bei der Unterzeichnungszeremonie.

"Mit diesem Waffenstillstandsabkommen soll der Krieg zu Ende gehen", unterstrich Rebellenführer Machar. Zudem glaube er, mit diesem Abkommen werde man schnell daran arbeiten, bei noch ausstehenden Punkten eine Einigung zu erzielen.

Karte Afrika, Südsudan, Hauptstadt Juba
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Im Südsudan herrscht seit 2013 Bürgerkrieg. Der Konflikt brach zwei Jahre nach der Unabhängigkeit des Landes vom Sudan aus.

Das Abkommen sieht der "Sudan Tribune" zufolge die Stationierung von Truppen und Beobachtern der Afrikanischen Union sowie des regionalen Staatenbundes IGAD vor. Zudem sollen humanitäre Korridore geöffnet und Kriegsgefangene freigelassen werden. Eine Übergangsregierung soll gewährleisten, dass die Armee aus Vertretern aller Volksgruppen gebildet wird. Bisher dominiert dort die Ethnie von Präsident Salva Kiir.

Zwischenlösung drei Hauptstädte

Für eine Übergangszeit von drei Jahren soll das Land drei Hauptstädte haben. In der Zeit sollen demnach unter anderem Wahlen vorbereitet werden. Außerdem sollen sudanesische Arbeiter unter Aufsicht sudanesischer Truppen die Ölförderung umgehend wieder aufnehmen.

Ähnliche Abkommen waren in der Vergangenheit immer wieder gebrochen worden. Kiir und Machar hatten sich seit zwei Jahren nicht mehr gegenübergesessen.

2011 hatte der Südsudan die Unabhängigkeit vom Sudan erklärt. Der Bürgerkrieg in dem ölreichen Staat war Ende 2013 zwischen den Unterstützern von Kiir vom Volk der Dinka und den Anhängern von Machar vom Volk der Nuer ausgebrochen. Seitdem sind rund vier Millionen Menschen geflohen und Zehntausende Menschen getötet worden. Zuvor kam es bereits zu Friedensabkommen, diese scheiterten aber.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 27. Juni 2018 um 16:00 Uhr.

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