Gabriels Südsudan-Reise "Schlag ins Gesicht für Zivilbevölkerung"

Stand: 11.08.2017 16:12 Uhr

Der Besuch von Außenminister Gabriel im Bürgerkriegsland Südsudan ist auf Kritik gestoßen: Die Südsudan-Expertin Peter bezeichnete Gabriels Treffen mit Präsident Kiir als "fatal" für die Menschen im Land.

Marina Peter, Beraterin für "Brot für die Welt" und dabei zuständig für die Region, hat die Reise von Außenminister Sigmar Gabriel in den Südsudan kritisiert und das Signal durch die Reise für die Zivilbevölkerung als fatal bezeichnet. Im Interview mit tagesschau24 sagte die Südsudan-Expertin, die Partner der Hilfsorganisation "Brot für die Welt" im Land hielten den Besuch Gabriels fast für einen "Schlag ins Gesicht, weil sich der Minister nur mit Regierungsoffiziellen getroffen hat". Der Termin mit Akteuren der Zivilbevölkerung sei nämlich abgesagt worden: "Das wäre der wichtigste Termin gewesen", so Peter.

Denn die Bevölkerung sei wegen der Lage im Südsudan sehr hoffnungslos, aber gleichzeitig gebe es viele Anstrengungen zur Versöhnung. "Die Menschen stehen ihrer Regierung - die schwerste Menschenrechtsverletzungen begangen hat - sehr misstrauisch gegenüber." Nach Einschätzung der Südsudan-Expertin wird Deutschland zudem sowieso verdächtigt, etwas einseitig auf Seiten der Regierung zu stehen. Und nun habe Gabriel lediglich den Präsidenten sowie die UN-Blauhelmmission besucht.

Marina Peter, Vorsitzende Sudan und Südsudan Forum, zu Gabriels Südsudan-Reise
tagesschau24 11:30 Uhr, 11.08.2017

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Gabriel hatte sich bei seinem Besuch im Südsudan nach Angaben des Auswärtigen Amtes für neue Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien in dem Bürgerkriegsland eingesetzt. Gabriel habe mit Präsident Salva Kiir beraten, wie die Waffen zum Schweigen gebracht werden könnten.

"Helfer und Journalisten werden umgebracht"

Peter, die zudem auch Vorsitzende des Vereins "Sudan und Südsudan Forum" ist, kritisierte, es sei dringend nötig, dass deutsche Politiker bei solchen Reisen "der Regierung ganz deutlich sagen: Wir sind nicht damit einverstanden, dass ihr weiterhin zum Beispiel die freie Sprache einschränkt, Journalisten umbringt und einsperrt". Auch bei der humanitären Hilfe seien deutliche Worte gerade auch vor Ort nötig, um dafür zu sorgen, "dass humanitäre Hilfe zugelassen wird und gerade auch von Seiten der Regierung des Südsudan nicht mehr weiter humanitäre Helfer - meist Südsudanesen - umgebracht werden".

Das Auswärtige Amt hatte mitgeteilt, Gabriel habe auch über die humanitäre Lage und die Not der Flüchtlinge gesprochen, die vor den Kämpfen und dem Hunger im Südsudan in die umliegenden Länder geflohen sind. Er appellierte den Angaben zufolge an Kiir, dass die humanitäre Hilfe endlich die Menschen erreichen müsse. Auch die Helfer müssten geschützt werden.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 11. August 2017 um 11:30 Uhr.

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