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[Bildunterschrift: Eine russische Heereseinheit auf dem Weg nach Südossetien ]
In Südossetien droht ein Krieg zwischen Russland und Georgien. Um die Hauptstadt Tschinwali der international nicht anerkannten Region toben erbitterte Kämpfe zwischen der georgischen Armee auf der einen und russischen und südossetischen Soldaten auf der anderen Seite.
Nach georgischen Angaben kontrollieren die Konfliktparteien jeweils einen Teil der Stadt. Eine Sprecherin des Innenministeriums in Tiflis sagte, dass Russland bei den Gefechten auch Panzer und Kampfflugzeuge einsetze. Die russische Luftwaffe soll angeblich auch eine Militärbasis in der Nähe der georgischen Hauptstadt bombardiert haben.
[Bildunterschrift: Viele Zivilisten sollen unter den Todesopfern sein: Georgische Raketenartillerie beim Beschuss der Stadt Tschinwali in Südossetien. ]
Nach Informationen der russischen Nachrichtenagentur Interfax, die sich auf den südossetischen Präsidenten Eduard Kokoiti beruft, wurden bei den schweren Kämpfen in Tschinwali 1400 Menschen getötet. Offenbar sind auch russische Soldaten ums Leben gekommen. Das Verteidigungsministerium sprach von mindestens zehn Todesopfern unter den russischen Friedenstruppen, die bereits vor Ausbruch der Kämpfe dort stationiert waren.
Russland schickte auch reguläre Bodentruppen nach Südossetien. Bisher waren dort nur rund 500 leicht bewaffnete Friedenstruppen stationiert. Ohne ein internationales Mandat verstößt dies gegen das Völkerrecht. Nach georgischen Angaben sollen auch 150 russische Panzer und gepanzerte Fahrzeuge zum Truppenkontingent gehören.
[Bildunterschrift: Zivilisten fliehen aus der Kampfregion in Südossetien ]
Nach ARD-Informationen ist Tschinwali weitgehend zerstört, auch das Krankenhaus liegt in Trümmern. Die Moskau-Korrespondentin Christina Nagel berichtet, dass in der Kellern der überfüllten Klinik Operationen nur noch provisorisch durchgeführt werden können. Ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes in der Stadt sagte: "Alles brennt, vieles ist zerstört." Tausende befinde sich auf der Flucht aus den umkämpften Gebieten.
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Die Konfliktparteien werfen sich gegenseitig vor, die Kämpfe provoziert zu haben. Georgiens Präsident Michail Saakaschwili warf den russischen Soldaten vor, auch Zivilisten anzugreifen. Daher könnte schon in Kürze das Kriegsrecht ausgerufen werden, sagte Kacha Lomaia vom georgischen Sicherheitsrat.
[Bildunterschrift: Georgiens Präsident Saakaschwili will die Aktivitäten "krimineller Gruppen" in Südossetien beenden. ]
Saakaschwili hatte bereits zuvor die Generalmobilmachung und die Verhängung des Kriegszustands mit Angriffen der russischen Luftwaffe auf georgische Einheiten begründet: "Ich fordere Russland auf, mit der Bombardierung friedlicher georgischer Städten aufzuhören", sagte er und sprach von einer "großangelegten militärischen Aktion" gegen sein Land.
Gleichzeitig verteidigte er die Offensive gegen die abtrünnige Region mit der Notwendigkeit, die territoriale Integrität Georgiens zu schützen: Die Aktivitäten der "kriminellen Gruppen" in Südossetien müssten beendet werden, so Saakaschwili.
Georgien kündigte zudem die Verlegung von 1000 georgischen Soldaten aus dem Irak nach Georgien an. Dies wäre ungefähr die Hälfte des dort stationierten Kontingents. Sie sollen in wenigen Tagen die Truppen in Südossetien verstärken.
[Bildunterschrift: Russland verlegt Panzer nach Südossetien - offiziell um Menschen russischer Staatsangehörigkeit zu schützen. ]
Das russische Außenministerium dementierte Berichte über Luftangriffe. Präsident Dimitri Medwedjew sicherte der Bevölkerung Südossetiens, die zu rund 90 Prozent die russische Staatsangehörigkeit besitzt, seine Unterstützung zu: "Gemäß der Verfassung und der Gesetze bin ich als Präsident der Russischen Föderation verpflichtet, Leben und Würde der russischen Bürger zu schützen, wo auch immer sie leben", sagte er der Nachrichtenagentur Interfax.
Auf Antrag Georgiens findet zur Stunde eine zweite Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats zur Lage in Südossetien statt. Eine erste Sitzung des Gremiums am Donnerstagabend war ergebnislos geblieben. Die internationale Gemeinschaft reagierte mit großer Besorgnis auf die Eskalation und forderte eine Verhandlungslösung.
Angesichts der Eskalation der Gewalt versicherten die USA, dass sich ihr militärisches Personal in Georgien aus dem Konflikt mit Russland heraushalten werden. Die mehr als 100 in Georgien stationierten US-Militärausbilder seien "in keiner Weise in den Konflikt" verwickelt, sagte Pentagon-Sprecher John Dorrian. Die gegenwärtige Lage wertete er als "sehr besorgniserregend". Die USA und Georgien unterhalten enge Kontakte auch auf militärischem Gebiet. Die Ausbilder befinden sich seit mehreren Jahren in dem Land.
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