Vorläufiges Endergebnis der Wahl Park wird erste Präsidentin Südkoreas

Stand: 19.12.2012 17:26 Uhr

Die konservative Politikerin Park zieht als erste Frau des Landes in Präsidentenpalast in Seoul ein. Nach dem vorläufigen Endergebnis der Wahl liegt sie mit 51,6 Prozent vor ihrem Konkurrenten Moon, der auf 48 Prozent kam. Dieser gestand seine Niederlage ein. Park will sich nun vor allem um die sozialen Probleme des Landes kümmern und die Aussöhnung mit Nordkorea vorantreiben.

Von Peter Kujath, ARD-Hörfunkstudio Tokio, zzt. Seoul

Anhänger der neuen Präsidentin Park feiern ihren Wahlsieg. (Bildquelle: AFP)
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Anhänger der neuen Präsidentin Park feiern in der Haupstadt Seoul.

Der Jubel im Hauptquartier der konservativen Saenuri-Partei war laut, als die drei großen Fernsehsender Südkoreas den Sieg von Park Geun Hye vermeldeten. Mittlerweile gibt es auch ein vorläufiges Endergebnis. Demnach hat Park 51,6 Prozent der abgegebenen Stimmen erhalten, während ihr schärfster Konkurrent Moon Jae In auf genau 48 Prozent kam. Park zieht damit als erste Frau in das Blaue Haus ein, den Präsidentenpalast in Seoul.

"Ich danke Ihnen für ihre Mühe. Das war eine beschwerliche Zeit während der Präsidentschaftswahl. Ich danke ihnen, dass sie sich bis zum Ende so angestrengt haben. Ich werde an späterer Stelle mehr sagen", erklärte die 60-Jährige, als sie als Wahlsiegerin erstmals vor die Presse trat.

Park um Aussöhnung bemüht

Der knappe Wahlausgang macht es für Park umso wichtiger, eine Brücke zwischen den ideologischen Lagern zu schlagen. Der Südwesten des Landes hat auch bei der heutigen Wahl überwiegend für den Kandidaten der progressiven Demokratischen Vereinigungspartei gestimmt, während der Osten des Landes deutlich die konservative Wahlsiegerin Park unterstützte. Sie war bereits im Wahlkampf auf die Menschen zugegangen, die unter ihrem Vater Park Cheun Hee besonders gelitten hatten und vor allem aus dem Südwesten stammen. Der autoritäre Herrscher hatte Südkorea zwar damals modernisiert, die demokratische Bewegung aber gewaltsam unterdrückt. Park muss in den kommenden fünf Jahren beweisen, dass sie es erst meint mit dieser Aussöhnung.

Moon Jae In gestand seine Niederlage ein. (Bildquelle: dpa)
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Moon Jae In gestand seine Niederlage ein.

Der Verlierer Moon äußerte sich erstmals auf dem Weg seiner Wohnung zur Parteizentrale: "Obwohl es sehr schwer war, bin ich froh über die Unterstützung, die ich von vielen Leuten erhalten habe. Ich wollte eine neue Zeit für die demokratische Politik einleiten, aber ich habe das nicht erreicht. Deswegen entschuldige ich mich. Die offizielle Gratulation gegenüber der Siegerin werde ich an einem anderen Ort vornehmen."

Park hatte sich in vielen Fragen - zum Beispiel der sozialen Sicherungssysteme - an die Positionen Moons angenähert. Beide Kandidaten versprachen, die Mitte zu stärken und die Kluft zwischen Arm und Reich reduzieren zu wollen. Zuletzt hatte auch Park wie zuvor Moon sogar eine Reduzierung der Militärzeit in Aussicht gestellt. Im Gegensatz dazu wird sie wohl etliche der politischen Zielsetzungen ihres neoliberalen Vorgängers und Parteikollegen Lee Myung Bak korrigieren, darunter auch die Nordkorea-Politik.

Gespräche mit Nordkorea

Den erfolgreichen Raketentest des verfeindeten Nachbarn vor kurzem verurteilte Park zwar: "Der Abschuss der Rakete ist auf jeden Fall eine militärische Provokation und richtet sich nicht nur gegen uns sondern gegen die ganze Welt." Aber sei ließ durchblicken, dass sie dennoch an offiziellen Gesprächen mit Nordkorea interessiert ist, um die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel abzubauen.

Dieser Beitrag lief am 19. Dezember 2012 um 17:37 Uhr auf NDR Info.

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