Südkoreas neuer Präsident Moon | Bildquelle: REUTERS

Vorgezogene Wahl Moon ist neuer Präsident Südkoreas

Stand: 10.05.2017 05:23 Uhr

Nach seinem Sieg bei der Präsidentschaftswahl in Südkorea hat der linksgerichtete ehemalige Menschenrechtsanwalt Moon seine fünfjährige Amtszeit angetreten. Sein Wahlsieg könnte nun eine Kursänderung Seouls gegenüber Nordkorea und den USA zur Folge haben.

Der linksliberale Moon Jae In ist von der Wahlkommision in Seoul offiziell als Sieger der Präsidentenwahl bestätigt worden. Mit der Bestätigung habe die fünfjährige Amtszeit Moons offiziell begonnen, sagte ein Sprecher des Präsidialamts in Seoul. Bei der Wahl entfielen auf Moon nach Angaben der Kommission 41,1 Prozent der abgegebenen Stimmen. Er tritt die Nachfolge der konservativen Politikerin Park Geun Hye an, die vor zwei Monaten wegen ihrer Rolle in einem Korruptionsskandal ihres Amts enthoben wurde. 

Der 64-jährige Moon von der Demokratischen Partei gewann mit deutlichem Abstand vor seinen beiden größten Konkurrenten: Für den Konservativen Hong Jun Pyu stimmten 24 und für den Zentrumspolitiker Ahn Cheol Soo 21,4 Prozent der Wähler. Moon, der früher ein Menschenrechtsanwalt war, wurde bereits bei einer Zeremonie vereidigt. 

Linksliberaler Moon Jae-In übernimmt Präsidentenamt in Südkorea
tagesschau 20:00 Uhr, 09.05.2017, Uwe Schwering, ARD Tokio, zzt. Seoul

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Die Wahl stand unter dem Eindruck des Korruptionsskandals um eine enge Vertraute seiner abgesetzten Vorgängerin Park Geun Hye sowie der wachsenden Spannungen im Atomstreit mit der kommunistischen Führung in Nordkorea.

Kursänderung gegenüber Nordkorea?

Moon ist der Sohn nordkoreanischer Flüchtlinge und ein ehemaliger Menschenrechtsanwalt, der einst wegen Protests gegen die Diktatur von Parks Vater Park Chung Hee in Haft saß. Sein Wahlsieg könnte nun eine Kursänderung Seouls gegenüber Nordkorea und den USA zur Folge haben. Moon befürwortet einen Dialog mit dem Nachbarn im Norden. Formal befinden sich Süd- und Nordkorea noch immer im Kriegszustand, weil nach dem Koreakrieg der Jahre 1950 bis 1953 kein Friedensvertrag geschlossen wurde.

Die Regierungen in Washington und Japan gratulierten Moon zu seinem Wahlsieg. Die US-Regierung freue sich darauf, "die Allianz zwischen den USA und der Republik Korea zu stärken und die anhaltende Freundschaft und Partnerschaft zwischen unseren beiden Ländern zu vertiefen", erklärte der Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer.

Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe erklärte, Japan und Südkorea stünden in Ostasien vor gemeinsamen Herausforderungen, allen voran der Konflikt mit Nordkorea. Beide Länder könnten durch ihre Zusammenarbeit "weiter beitragen zu Frieden und Wohlstand in der Region". Die Beziehungen von Japan und Südkorea sind gespannt wegen Territorialstreitigkeiten und der Zwangsrekrutierung von Frauen während des Zweiten Weltkriegs in von Japan besetzten Gebieten.

Glückwünsche kamen auch aus China - übermittelt von der staatlichen Nachrichtenagentur. Die Verbindungen zwischen Seoul und Peking sind derzeit nicht gut. Unter der Regierung der Konservativen Park hatte China unter anderem die Stationierung des US-Raketenabwehrsystems THAAD in Südkorea kritisch beäugt.

Wahlsieg des linksliberalen Moon Jae In in Südkorea
M. Fritz, ARD Tokio
09.05.2017 18:58 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 09. Mai 2017 um 17:00 Uhr.

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