Südkoreaner halten Transparente hoch. | Bildquelle: dpa

Korruptionsaffäre in Südkorea Zehntausende demonstrieren gegen Präsidentin

Stand: 05.11.2016 12:55 Uhr

In der Korruptionsaffäre um eine enge Freundin nimmt der Druck auf Südkoreas Präsidentin Park weiter zu. Trotz ihrer öffentlichen Entschuldigung sind mehrere Zehntausend Menschen in der Hauptstadt Seoul auf die Straße gegangen und haben ihren Rücktritt gefordert.

In Südkoreas Hauptstadt Seoul haben mehrere Zehntausend Menschen gegen Präsidentin Park Geun Hye protestiert. Polizeiangaben zufolge versammelten sich etwa 43.000 Menschen, die in Sprechchören und auf Transparenten Parks Rücktritt forderten. Die Organisatoren sprachen von bis zu 100.000 Teilnehmern und einer der größten Demonstrationen der vergangenen Jahre. Mehr als 17.000 Polizisten säumten die Straßen in der Innenstadt und errichteten Absperrungen.

Demonstranten fordern Rücktritt von Präsidentin Park Gun Hye
tagesschau 17:00 Uhr, 05.11.2016

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Beliebtheitswert im Sinkflug

Park ist wegen eines Skandals um eine enge Vertraute unter Druck geraten. Der Vertrauten wird vorgeworfen, sich ohne offizielle Funktion massiv in die Regierungsgeschäfte eingemischt zu haben. Im Zuge der Krise hat Park bereits mehrere ihrer engsten Berater verloren und zuletzt Ministerpräsident und Finanzminister ausgetauscht. Mehrere Oppositionspolitiker hatten wegen der Affäre bereits Parks Rücktritt gefordert.

Eine Umfrage des Instituts Gallup hat ergeben, dass ihre Zustimmungswerte in der Bevölkerung auf fünf Prozent gefallen sind. Das ist der niedrigste Wert für einen Präsidenten in Südkorea seit dem Erlangen der Demokratie Ende der 1980er Jahre. Bisher musste noch kein Präsident des Landes vor Ablauf der fünfjährigen Amtszeit abtreten. Dass Park zurücktritt, gilt aber als unwahrscheinlich. Beobachter gehen davon aus, dass sie bis zum Ende ihrer Amtsperiode 2018 Präsidentin bleiben wird.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. November 2016 um 17:00 Uhr.

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