Patriot-Raketen auf dem Stützpunkt Osan in Südkorea | Bildquelle: AP

Spannungen zwischen Nord- und Südkorea USA stationieren mehr Patriot-Raketen

Stand: 13.02.2016 08:48 Uhr

Der Start einer nordkoreanischen Rakete verändert das militärische Gefüge auf der Halbinsel. Die USA stationierten nun zunächst vorübergehend weitere Luftabwehrraketen vom Typ Patriot in Südkorea. Und in der kommenden Woche wollen die USA über die Stationierung eines neuen Raketensystems sprechen.

Als Reaktion auf die jüngste Koreakrise stellen die USA ihrem Verbündeten Südkorea vorübergehend zusätzliche Luftabwehrraketen vom Typ Patriot. Mit dem System werde am Militärstützpunkt Osan in der Nähe von Seoul bereits geübt, teilte die US-Armee mit. Die dort stationierte Brigade verfügt bereits über mehrere Patriot-Batterien.

Ziel sei sicherzustellen, "dass wir immer bereit sind, einen Angriff aus Nordkorea abzuwehren", erklärte Kommandeur Thomas Vandal. Er begründete dies mit der Entwicklung ballistischer Raketen in Nordkorea, die dem ausdrücklichen Willen der internationalen Gemeinschaft widerspreche. Deshalb sei es nötig, selbst effektive Raketenabwehr bereit zu halten.

Weitere Systeme im Angebot

Wie lange die Patriot-Raketen aus Texas in Südkorea bleiben sollen, ist offen. Die USA hatten für nächste Woche bereits Gespräche über die Stationierung des neuen, moderneren Raketensystems THAAD in Südkorea angekündigt.

China lehnt die Stationierung des Waffensystems auf der koreanischen Halbinsel ab. Das Pentagon versicherte, dass sich die Raketenabwehr "einzig gegen Nordkorea" richte.

Verstoß gegen UN-Resolutionen

Nordkorea hatte im Januar eine weitere Atomwaffe getestet und vor wenigen Tagen eine Rakete ins All geschickt. Dies widerspricht UN-Resolutionen. Die USA befürchten, dass das kommunistische Land mit Atomsprengköpfen ausgestattete Langstreckenraketen entwickelt.

Wegen der Zuspitzung hatte Südkorea diese Woche die Produktion in dem gemeinsam mit dem Norden betriebenen Industriepark Kaesong gestoppt. Nordkorea reagierte wütend und ließ sein Militär die Kontrolle über die Sonderwirtschaftszone übernehmen, wo seit 2004 südkoreanische Firmen mit Hilfe von billigen nordkoreanischen Arbeitern produzieren.

Darstellung: