Demonstranten in Seoul, Südkorea | Bildquelle: REUTERS

Politische Krise in Südkorea Drei Tote bei Massenprotesten

Stand: 11.03.2017 10:51 Uhr

Die Amtsenthebung von Südkoreas Präsidentin Park stürzt das Land in eine schwere politische Krise. Anhänger und Gegner Parks stehen sich unversöhnlich gegenüber. Bei Massenprotesten in der Hauptstadt Seoul kamen drei Menschen ums Leben.

Bei Protesten und Auseinandersetzungen nach der Amtsenthebung der südkoreanischen Präsidentin Park Geun Hye sind nach Polizeiangaben insgesamt drei Menschen ums Leben gekommen und Dutzende verletzt worden. Zwei Anhänger Parks starben am Freitag, als sie versuchten, Polizeiabsperrungen vor dem Gericht zu durchbrechen, berichten Medien. Ein älterer Mann starb an einem Herzinfarkt, den er offenbar infolge der Proteste erlitt.

Auch am Tag nach der endgültigen Absetzung Parks gingen erneut zahlreiche Gegner und Anhänger auf die Straße. Fast 20.000 Polizeibeamte waren im Einsatz, um für Ruhe und Sicherheit zu sorgen.

Demonstranten in Seoul, Südkorea | Bildquelle: AP
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Zehntausende Menschen demonstrierten in Seoul.

Spaltung des Landes vertieft

Der Skandal, der Park um ihr Amt brachte, hat in dem Land politische Unruhen hervorgerufen und eine ohnehin schon schwere nationale Spaltung verschlimmert. Die bisher nur von ihrem Amt suspendierte Park wurde am Freitag endgültig abgesetzt. Das entschieden die acht Richter des Verfassungsgerichts Südkoreas einstimmig. Parks "Verletzungen der Verfassung und des Gesetzes sind ein Verrat am Vertrauen der Öffentlichkeit", begründete die ausführende Oberste Verfassungsrichterin, Lee Jung Mi, das Urteil. Es ist die erste Amtsenthebung von diesem Posten, seitdem Ende der 1980er-Jahre die Demokratie in Südkorea eingeführt wurde.

Einige von Parks Unterstützern reagierten nach der Urteilsverkündung verärgert. Sie schrien Polizisten an und kletterten auf Polizeibusse. Park-Gegner feierten die Amtsenthebung in den Straßen rund um den Amtssitz der Präsidentin. Sie trugen Fahnen und Schilder, die Park in Sträflingskleidung zeigten.

Das Land muss nun binnen 60 Tagen Neuwahlen abhalten, um einen Nachfolger zu bestimmen. Ministerpräsident Hwang Kyo Ahn, der bislang selbst als Anhänger Parks galt und ihre Amtsgeschäfte nach ihrer Suspendierung kommissarisch übernommen hatte, gilt als einer der möglichen Kandidaten für die Nachfolge ins Präsidentenamt. Umfragen zufolge könnte er Konkurrenz durch den linksliberalen Oppositionspolitiker Moon Jae In erhalten.

Südkoreas Präsidentin des Amtes enthoben
tagesschau 20:00 Uhr, 10.03.2017, Uwe Schwering, ARD Tokio

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 10. März 2017 um 20:00 Uhr.

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